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Rewe Budnik Dortmund „Nochmal richtig Gas geben“

Reiner Mihr | 15. Dezember 2017

Sie wollen es noch mal wissen: Martina und Uli Budnik haben ihr Stammgeschäft am Pfarrer-Rüter-Weg in Dortmund erweitert und umgebaut. Im laufenden Betrieb. Wichtiges Ziel: Sortimente zeigen, wie sie es verdienen.

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Kennen Sie noch Annegret Richter? Deutsche 100-Meter-Läuferin, Doppel-Olympiasiegerin, München 1972 und Montreal 1976? Die frühere Top-Sprinterin, tadellose Sportsfrau und freundliche Dame, mittlerweile Mitte 60, kann Ihnen beim Einkaufen bei Rewe Budnik in der Pfarrer-Rüter-Straße in Dortmund begegnen. Uli Budnik begrüßt sie genauso freundlich wie jeden anderen Kunden. „Moin Frau Richter“ – na ja, ganz kann er den Stolz auf den prominenten Kunden nicht verbergen, kommt doch auch der ein oder andere Fußball-Star von Borussia Dortmund schon mal vorbei. Aber: „Jeder Kunde ist mir gleich lieb.“

Schnell gelesen

Rewe Homberg und Budnik, Pfarrer-Rüter-Weg, Dortmund

  • Umbau während laufenden Betriebs
  • deutlicher Flächenausbau
  • großzügiges Platzangebot
  • Sortimentsausbau
  • Spezialitäten und Besonderheiten
  • Anziehungspunkt Bedienungstheken
  • großer Stellenwert von Einkaufsatmosphäre
  • gastronomisches Angebot

Muss auch, denn der neue Laden von Uli und Martina Budnik ist mit rund 2.000 qm gut doppelt so groß wie der alte und braucht Frequenz. Zwar wurde der neue in und um den alten Markt gebaut („Wir haben auch beim Umbau weiter verkauft“), aber der Kunde erlebt einen komplett neuen Laden. Möglich war das, weil der benachbarte Aldi einige Meter weiter zog und einen neuen Markt eröffnete. Nötig war das aber auch, denn Lidl wollte den Budniks noch einen weiteren Discounter vor die Nase setzen. „Da geh ich lieber in die Offensive“, sagt Budnik. Dabei ist schon genug Wettbewerb am Ort.


Für die Stammkunden war Budniks früherer Laden ein klassischer Nahversorger, der neben „Gütern des täglichen Bedarfs“ immer auch Besonderes bot: Sansibar-Produkte, besondere Spirituosen, gute Weinauswahl, Käse, Fleisch. Damit „platzte“ der früher nur knapp über 1.000 qm Verkaufsfläche große Laden fast aus allen Nähten. Jetzt aber überrascht der „Neue“ mit breiten Gängen, Verweilzonen, guter Übersicht und natürlich deutlich größerem Sortiment. „Wir können die Sortimente jetzt zeigen, wie sie es verdienen“, sagt Budnik.

Das fängt schon am Eingang an. Von hier aus geht der Blick fast durch das ganze Geschäft, gleich gegenüber Obst und Gemüse, links Kassen und dahinter die TK-Abteilung. Aber eigentlich bleibt man erst mal an der heißen Theke rechts stehen. Hier gibt’s nicht nur was für den schnellen Hunger. Gleich daneben ist die ansprechende Fischtheke. „So nimmt der Kunde das Fischangebot viel besser wahr“, sagt Martina Budnik, „für uns ist die Kombination von Fleisch, Käse und dann Fisch nicht sinnvoll.“ Außerdem sind Anlieferung und Entsorgung an dieser Stelle viel praktischer. „Und“, ergänzt Uli Budnik, „wir haben hier zwei feste Verkäuferinnen, die machen nur Fisch. Und nicht zehn, wo dann keiner für Fisch zuständig ist.“

Gegenüber der Theke haben Budniks an Bäcker Malzer untervermietet, ein in der Region bekannter Bäcker, daneben das Bistro/Café. „Ohne Gastro-Angebot kommt heute keiner mehr aus.“ Das halte die Kunden länger im Geschäft, ziehe aber auch neue an: „Die Mütter, die vom Kindergarten kommen, trinken hier ihren Kaffee.“ Und kaufen dann gleich ein.

Erste Station im Markt ist die – jetzt viel größere – Obst- und Gemüseabteilung, großzügig vom Platz, die Ware in einheitlichen, speziellen Körben ansprechend dekoriert. In der rechten Ecke ist eine Bedientheke für Obst und Gemüse. Hier gibt’s dann das Besondere für den anspruchsvollen Kunden. „Das spricht einen besonderen Kundenkreis an und wird genutzt“, sagt Budnik.


Was schon in der O+G-Abteilung auffällt: Budniks mögen Dekoration. Und das dürfen dann schon antiquarisch anmutende Devotionalien sein. So findet sich beim Obst und Gemüse ein historischer Ofen, ein Stück weiter das Prachtstück einer mechanischen Kasse, der „Teeladen“ ist ein echter, restaurierter Apothekerschrank. Highlight ist eine echte „Harley“, die in der Spirituosenabteilung bestaunen werden darf. „Wir als Vollsortimenter müssen uns vom Wettbewerb unterscheiden“, sagt Budnik. Nur allein mit Sortimentsspitzen sei das nicht zu machen. Deko sorge für Atmosphäre, und das trage zur Unterscheidung bei. Dazu zählt auch die gelb-schwarze BVB-Ecke, die der (derzeit etwas frustrierte) BVB-Fan Budnik eingerichtet hat. Diese ist gleich neben der Wein- und Spirituosenabteilung platziert und beherbergt auch eine großzügige Verkostungszone, wo verschiedene Kundenveranstaltungen stattfinden.

Fakten im Fokus
  • Verkaufsfläche: 2.087qm plus 300qm Getränkemarkt
  • Mitarbeiter: 104
  • Kunden pro Tag 1.900
  • Durchschnitts-Bon 25 Euro
  • Investition gesamt: über 3 Mio. Euro
  • Kassen: 7
  • Parkplätze. 186

Daneben beginnt der Bedienungsbereich. Hier haben Budniks vor allem die Käsetheke aufgerüstet. Fleisch war schon immer top, kommt jetzt aber moderner rüber. Die Abteilung ist dann auch Budniks persönlicher Favorit. Hier kann er zeigen, was geht: gute Ware und erstklassiges Fachpersonal. „Das zieht die Leute aus einem Umkreis von 20 bis 30 km hierher.“

Im Markt gibt es auf den ersten Blick kaum Zweitplatzierungen. Auf den zweiten Blick fällt auf, dass Budnik eigene Holzkörbe an den Stirnseiten der Regale für Sonderplatzierungen einsetzt: „Alle sind mit der Marke ‚Budnik’ gekennzeichnet.“

13 bis 14 Mio. Euro ist das Umsatzziel im Jahr. Bisher sieht das mit einem Wochenumsatz von 250.000 Euro realistisch aus. „Die allermeisten Kunden nehmen das neue Konzept an“, sagt Budnik. Er selber ist zufrieden, hat noch keine Fehler im Konzept erkannt – bleibt aber seiner Natur entsprechend unruhig. „Wir werden noch an die Deckenkonstruktion gehen, das Ganze wird noch heller.“ Das Bio-Sortiment („zieht nach wie vor“) will er mit Demeter-Ware ausbauen. Und ab Januar gibt es Burger.

Das glasklare Ziel der Budniks: Sie wollen den Wettbewerbern, sei es online, Discount oder die Gelb-blauen, einen Markt entgegensetzen, der nicht nur mit Auswahl und Qualität punktet, sondern der immer auch Besonderes bietet. Dazu sollen die Atmosphäre stimmen, das Tempo („Kassieren muss fix gehen“) und der menschliche Faktor. „Die Mitarbeiter machen letztlich den Unterschied“, sind sich Budniks sicher. Das überzeugt alte und neue Kunden – nicht nur Annegret Richter.

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