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Edeka Schubert Rostock Vorgabe: Funktionalität Schnelligkeit, Exklusivität

Reiner Mihr | 16. Januar 2015

Direkte Citylagen sind schwierige Standorte für Lebensmittelgeschäfte. Nötig sind besondere Konzepte. Ein gelungenes Beispiel ist in Rostock Ingolf Schuberts Markt Edeka Breite Straße.

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1-a-Lagen in deutschen Innenstädten gehörten lange nicht zu den bevorzugten Standorten für Lebensmittel-Supermärkte. Die Probleme sind bekannt, reichen von hohen Gewerbemieten über schwierige Liefersituationen bis hin zum oft geringen Durchschnittsbon. Dennoch arbeiten sich deutsche Handelsunternehmen an Konzepten für diese Lagen ab und testen die unterschiedlichsten Formate. Ein vielversprechendes Konzept hat jetzt Ingolf Schubert vorgelegt. Der Edekaner mit derzeit vier Märkten in und um Waren/Müritz sowie zwei Standorten in Rostock, eröffnete in der Fußgängerzone von Rostock einen City-Markt mit 1.150 qm Verkaufsfläche – Testmarkt für sein Gesamtunternehmen.

Das Besondere an seinem Konzept ist nicht nur die Kombination von Einzelhandel und Gastronomie, sondern auch das anspruchsvolle Laden-Design mit einigen überraschenden Ideen. Dabei geht Schubert seinen eigenen Weg. Klar, die Zentrale der Edeka Nord ist entscheidender Partner, was Standortanalyse, Objektbewertung und Belieferung angeht. Ansonsten findet sich viel „Schubert“ im Markt. Angefangen vom Lichtkonzept über die Kühlmöbel bis zum Gastronomieangebot. „Die Ideen kommen von mir“, sagt Schubert selbstbewusst. Das Sortiment müsse stehen, dann kommen Regalierung und Innenarchitektur. Immer unter den Prämissen: Funktionalität, Schnelligkeit und Exklusivität. Das gilt auch für den Kassenbereich. Hier werden Kunden zu den nummerierten Kassen aufgerufen, die Kassiererinnen stehen. Damit wurde Platz für acht (statt mit normaler Möblierung vier) Kassen geschaffen. Insgesamt werden so Wartezeiten minimiert.

Beim Sortiment liegen Schwerpunkte auf regionalen, aber auch exotischen Artikeln und Convenience-Produkten. „Wir führen einen Foodmarkt. Drogerien gibt es genug“, betont Schubert seine Kernkompetenz. Der Schlüssel des Schubert-City-Konzepts dürfte die Kombination von Handel und Gastronomie sein. Während der Öffnungszeiten von 8 bis 21 Uhr erhalten Kunden Leckeres zum Mitnehmen: Bis 10 Uhr gibt es ein Frühstücksbuffet, danach öffnet die heiße Theke mit frisch zubereiteten Pizzen, Eintöpfen, Suppen, Wok- und Fleischgerichten. Abgerundet wird das durch einen Kaffeeshop mit Kaffee- und Teespezialitäten – ebenfalls „to go“. Die Herausforderung für den 35-jährigen Kaufmann ist die produktive Gestaltung von LEH und Gastro: „Sie erreichen mit dieser Kombination ein Personalkosten-Level, das sie als Kaufmann nicht gewöhnt sind.“ Fünf Köche und drei Baristas schlagen hier zu Buche. Der Weg ist für Schubert aber klar: „Handel und Gastronomie wachsen zusammen.“ Ein gutes halbes Jahr ist der Markt am Netz. Im November lag der Durchschnittsbon bei 7,30 Euro. Noch nicht ganz Schuberts Ziel. „Wir brauchen 2.200 bis 2.400 Kunden pro Tag.“ Pro Jahr soll der Markt dann einen Umsatz von 7,5 Mio. Euro bringen.


Edeka Breite Straße in Rostock
  • Adresse: Breite Straße 12 - 15,
  • 18055 Rostock
  • Mitarbeiter: 50
  • Öffnungszeiten: 8 - 21 Uhr
  • Eröffnung: Juli 2014
  • Verkaufsfläche: 1.150 qm
  • Sortiment: 16.000 Artikel

Ingolf Schubert startete nach seiner Ausbildung als Marktleiter im Geschäft der Eltern, übernahm 2005 seinen ersten Regiemarkt. Heute führt er sechs Märkte und 240 Mitarbeiter. Engagiert ist Schubert in Sachen online. Unter „dein-edeka.de“ bietet er in Rostock
und Warnemünde 15.000 Artikel an. Für ihn ist das eine Herausforderung, die der Handel annehmen muss.