Foodwatch Mineralöl aus Papier-Verpackungen

LEBENSMITTEL PRAXIS | 27. Oktober 2015

Die Verbraucherorganisation Foodwatch fordert einen besseren Schutz vor gesundheitsgefährdenden Mineralöl-Spuren aus Papierpackungen in Lebensmitteln. Bei einer Stichprobe wurden in neun von 42 Produkten Rückstände aromatischer Mineralöle festgestellt - darunter in Reis und Cornflakes.

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Als wesentliche Quelle gelten Druckfarben, die in Altpapierkartons enthalten sind. Die EU müsse daher etwa Innenbeutel oder Beschichtungen vorschreiben, um einen Übergang ins Produkt zu verhindern. Auch Grenzwerte seien nötig. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hatte bereits 2010 erläutert, dass in Lebensmittelpackungen aus Altpapier unter anderem Mineralöle mit aromatischen Kohlenwasserstoffen nachgewiesen worden seien - dazu könnten krebserzeugende Substanzen gehören. Grundsätzlich sollte es solche Belastungen von Produkten nicht geben. Nach einer ähnlichen Untersuchung der Stiftung Warentest mit Adventskalendern 2012 sprach das Institut allerdings angesichts geringer Mengen nicht von Gesundheitsgefahren.Im Foodwatch-Test wurden Rückstände auch in Packungen festgestellt, die augenscheinlich nicht aus Altpapier bestehen. Dies deute darauf hin, dass Mineralöle auch aus Umverpackungen für den Transport ausgedünstet sind. Die Verbraucherorganisation hatte insgesamt 120 Produkte testen lassen - neben den 42 Produkten aus Deutschland weitere Packungen aus Frankreich und den Niederlanden. Dort seien noch deutlich häufiger Mineralöl-Rückstände festgestellt worden.