BVL Geflügelschlachthygiene muss besser werden

LEBENSMITTEL PRAXIS | 12. März 2015

Die Ergebnisse des repräsentativen Zoonosen-Monitorings 2013, die das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) jetzt veröffentlicht hat, zeigen, dass bei der Verringerung von Campylobacter-Bakterien bei Masthähnchen und in frischem Hähnchenfleisch in den letzten fünf Jahren keine Fortschritte erzielt wurden.

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Auch antibiotikaresistente Keime wie MRSA und ESBL-bildende Bakterien wurden häufig in der Hähnchenfleischkette nachgewiesen. Hohe Kontaminationsraten der Schlachtkörper von etwa 50 Prozent mit potentiell krankmachenden Keimen verdeutlichen, dass die Geflügelschlachthygiene umfassend verbessert werden muss. Bei Masthähnchen vorkommende Bakterien weisen höhere Resistenzraten auf als Bakterien aus der Lebensmittelkette Mastrind.

Insgesamt wurden 5.669 Proben auf allen Ebenen der Lebensmittelkette genommen und von den Untersuchungseinrichtungen der Bundesländer auf das Vorkommen der wichtigsten über Lebensmittel übertragbaren Erreger untersucht. Dabei wurden 3.515 Bakterien-Isolate gewonnen und in den Nationalen Referenzlaboratorien am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weitergehend charakterisiert und auf ihre Resistenz gegen ausgewählte Antibiotika untersucht. Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) wurden auf etwa der Hälfte der Masthähnchenschlachtkörper (49 Prozent positive Halshautproben) und in rund 20 Prozent der Proben von frischem Hähnchenfleisch nachgewiesen. Die Schlachtkörper von Mastrindern (5 Prozent positive Proben) und frisches Rindfleisch (5,5 Prozent positive Proben) waren im Vergleich dazu deutlich seltener mit MRSA kontaminiert.

Bei den nachgewiesenen MRSA-Typen handelte es sich überwiegend um sogenannte „Nutztier-assoziierte“ MRSA-Stämme, so dass von einer Übertragung der Keime von den Tieren auf die Lebensmittel im Zuge der Lebensmittelgewinnung auszugehen ist. ESBL/AmpC-bildende E. coli wurden in über 60 Prozent der Proben von frischem Hähnchenfleisch nachgewiesen. Die Bedeutung der unterschiedlichen Übertragungswege von ESBL/AmpC-bildenden E. coli ist Gegenstand intensiver Forschung. Nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand ist aber davon auszugehen, dass ESBL/AmpC-bildende E. coli auch über Lebensmittel auf den Menschen übertragen werden können. Erstmalig wurden im Zoonosen-Monitoring auch Futtermittel untersucht. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass durch die Verfütterung von Rapspresskuchen (2,1 Prozent positive Proben) an Lebensmittel liefernde Tiere ein Eintrag von Salmonellen in die Lebensmittelkette möglich ist. Resistenzlage Der vollständige Bericht zum Zoonosen-Monitoring 2013 ist online abrufbar unter: www.bvl.bund.de/ZoonosenMonitoring Verbrauchertipps zum Schutz gegen lebensmittelbedingte Infektionen sind dargestellt unter: www.bvl.bund.de/lebensmittelhygiene.