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Werkvertrag Umgehendes Verbot gefordert

Lebensmittel Praxis | 18. Juni 2020
Werkvertrag: Umgehendes Verbot gefordert
Bildquelle: Getty Images

Nach dem Ausbruch des Coronavirus bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ein umgehendes Verbot von Werkverträgen.

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Er erwarte von der Politik, „dass diesem kranken System nun endlich ein Ende gemacht wird und der Beschluss der Bundesregierung mit dem Verbot von Werkverträgen ohne Abstriche im Gesetzgebungsverfahren umgesetzt wird“, sagte der stellvertretende NGG-Bundesvorsitzende, Freddy Adjan, der Funke Mediengruppe.

Wegen des Covid-19-Ausbruchs wurde gestern der Schlachtbetrieb bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gestoppt. 7.000 Mitarbeiter, die auf dem Werksgelände gearbeitet haben, müssen in Quarantäne. Sie würden nun nach und nach auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet, sagte Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU), der auch den Produktionsstopp angeordnet hatte. Die Schlachtungen seien bereits am Mittwochmittag eingestellt worden, nun würden weitere Bereiche nach und nach heruntergefahren, teilte das Unternehmen mit. Wie lange der Produktionsbereich geschlossen bleibe, müssten die Behörden nach Lage entscheiden.

Die Fleischwarenindustrie sieht die Umsetzung des von der Bundesregierung angekündigten Verbots von Werkverträgen dagegen skeptisch. Die Präsidentin des Bundesverbandes der Fleischwarenindustrie, Sarah Dhem, sagte dagegen der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, sie habe „starke Zweifel, dass sich das Verbot bezogen auf nur eine einzige Branche so durchsetzen lässt“. Werkverträge kämen nicht nur in Schlachthöfen, sondern auch in nachgelagerten Unternehmen der Fleischwirtschaft wie etwa Wurstfabriken zum Einsatz. Werde der Werkvertrag verboten, stünden einige Unternehmen vermutlich kurzfristig vor erheblichen Personalproblemen. Dhem sagte zu den Problemen: „Wir müssen da ganz klar etwas ändern. Es nervt mich einfach, dass es die Branche nicht schafft, Ordnung reinzukriegen.“