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Bitburger Verhaltenes Wachstum nach Preiserhöhung

Lebensmittel Praxis | 13. März 2019
Bitburger: Verhaltenes Wachstum nach Preiserhöhung
Bildquelle: Peter Eilers

Die Bitburger Braugruppe konnte trotz Fußball-Weltmeisterschaft und heißem Sommer im Jahr 2018 wertmäßig nur leicht um 1,3 Prozent auf 797 Millionen Euro wachsen. Auf der Absatzseite steht sogar ein Minus von 2,7 Prozent (6,6 Millionen Hektoliter). Der Sprecher der Geschäftsführung der Bitburger Braugruppe, Axel Dahm (Foto), hält an seiner Wertstrategie fest.

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Das Portfolio bestehe aus starken und nicht so starken Marken und vor dem Hintergrund von Preiserhöhungen, die 2018 umgesetzt wurden, seien die Zahlen für die Gruppe insgesamt zufriedenstellend. Besonders positiv hob Dahm hervor, dass die wichtige Stammmarke beim Umsatz um vier Prozent wachsen und den Marktanteil um 8,2 Prozent steigern konnte. Bitburger ist nach Krombacher die zweitgrößte Pilsmarke in Deutschland.

Die Marke König musste leichte Umsatzeinbußen hinnehmen. Die größte Dynamik konnte man im alkoholfreien Segment beobachten. So konnte die Bitburger 0,0%-Range ihren Umsatzmarktanteil auf 7,8 Prozent ausbauen.

Im Osten läuft das Geschäft schwieriger. Während die Marke Köstritzer wertmäßig um fünf Prozent gewachsen ist, stellt Wernesgrüner mit einem Umsatzverlust von neun Prozent das Sorgenkind der Braugruppe dar. Ein Grund sei auch hier die Preiserhöhung und eine noch höhere Bedeutung von Preispromotions in den neuen Bundesländern.

Auch beim Export hat die Brauerei Federn gelassen (-12 Prozent Absatz, -10 Prozent Umsatz). Hierbei handele es sich aber um einen Einmaleffekt, da man bewusst auf „nicht wertbasierte Mengen“ im Ausland verzichtet habe. Aktuell macht der Exportanteil fünf Prozent aus. Dieser soll aber in Zukunft wieder deutlich gesteigert werden.

Über den Bier-Markt sagt Dahm, dass dieser zu stark auf Mengen fixiert sei. „Einen Alfred Ritter fragt man auch nicht, wie viele Tafeln Schokolade er verkauft hat, sondern wie viel Geld er damit verdient hat.“ Konsequenterweise will die Brauerei in Zukunft keine Absatzzahlen mehr veröffentlichen. Zum Promotiongeschäft sagt Axel Dahm, dass er diesem gegenüber grundsätzlich nicht negativ eingestellt sei. Was der Branche schade, seien „wertevernichtende Aktionen“. Als solche bezeichnet der Manager Angebote für einen Kasten Bier (24 x 0,33 Liter) für unter zehn Euro.

Für 2019 steht bei der Braugruppe eine Reihe von Neuheiten auf dem Programm. So soll die Marke König Pilsener künftig unter dem Dachmarken-Namen „König“ mehr Raum für weitere Bierspezialitäten, wie das im März vorgestellte König Rotbier, bieten. Diese erste Erweiterung sei laut Dahm ein großer Schritt für die Marke. „Wir wollen uns bei König als Qualitätsmarke im Portfolio breiter aufstellen, um – wie mit König Rotbier – auch Konsumenten, die mildere, ungewöhnlichere Biere bevorzugen, anzusprechen“, erläutert Dahm.

Mit Neuprodukten, wie Köstritzer Schwarzbier Kirsche, aber auch Gebinde- und Kastenneuheiten für Wernesgrüner, will das Unternehmen 2019 Akzente auch für die ostdeutschen Töchter setzen. Kräftige regionale Impulse erwartet die Braugruppe auch für die Licher Privatbrauerei, die mit „Hessenquell“ eine einstige Traditions-Marke der Brauerei in diesem Jahr neu auflegt. Zudem ist bekannt, dass „Bitburger Light“ unter dem neuen Markennamen „Bitburger Leichtes“ einer optischen Verjüngungskur bei gleichbleibender Geschmacksqualität unterzogen wird. Seit März gibt es zudem das naturtrübe Radler auch in der alkoholfreien Variante.

Bei der Werbung will Bitburger weiter die Qualität der Rohstoffe in den Vordergrund rücken und nutzt hierzu den Hopfenbauer Andreas Dick, der auf einem familiengeführten Hof in Holsthum (Südeifel) exklusiv Siegel-Hopfen für die Bitburger Brauerei liefert. Imagewerbung oder größere Sponsorings lehnt Dahm hingegen ab. Anfang 2017 war bekannt geworden, dass Bitburger nach 25 Jahren als Sponsor des Deutschen Fußball Bundes aussteigt. Die frei gewordenen Etats will der Geschäftsführer nutzen, um weiterhin die Wertigkeit der von der Bitburger Braugruppe hergestellten Biere zu kommunizieren.

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