Regionalfenster 4.200 Produkte gelabelt

Auf immer mehr Lebensmitteln im Lebensmittel-Einzelhandel ist das blaue „Regionalfenster“ zu finden, das Kunden mehr Klarheit über eine regionale Herkunft bringen soll. Fünf Jahre nach dem Start haben nach Angaben des Trägervereins inzwischen 4.200 Produkte das Kennzeichen. Kritiker bemängeln die Freiwilligkeit des Programms.

Montag, 05. November 2018 - Hersteller
Lebensmittel Praxis
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Bildquelle: Lidl

Als Lizenznehmer sind 790 Anbieter registriert. Am stärksten genutzt wird es für Obst, Gemüse, Kartoffeln und Kräuter – zudem bei Fleisch und Wurst, Milch und Milchprodukten, verarbeiteten Produkten wie Nudeln sowie Eiern, Fisch, Blumen und Zierpflanzen. Die Verwendung des Logos ist für Lebensmittelhersteller und den Handel freiwillig.

Das Regionalfenster zeigt, woher die wichtigsten Zutaten stammen und wo sie verarbeitet wurden. Die Region muss kleiner als Deutschland sein. Möglich sind ein Bundesland, ein Kreis oder Angaben wie „aus der Eifel“ oder „100 Kilometer um Aachen“. Die erste Hauptzutat muss zu 100 Prozent aus der Region stammen – genau wie die „wertgebenden Zutaten“, also etwa Kirschen in Kirschjoghurt. Bei zusammengesetzten Produkten wird die Summe regionaler Rohstoffe in Prozent angegeben.

Am stärksten verbreitet ist das Regionalfenster in Bayern und Baden-Württemberg. „Wir arbeiten daran, dass die Kennzeichnung im Norden und Osten Deutschlands stärker genutzt wird“, sagte eine Sprecherin. Im Blick ist auch, wie das Logo an Bedientheken und in der Außer-Haus-Verpflegung umsetzbar sein könnte, sowie eine stärkere Einbeziehung regionaler Futtermittel. Um die Weiterentwicklung geht es auch bei einem Kongress des Trägervereins an diesem Dienstag in Berlin, zu dem Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) kommt.

Das Ministerium unterstützt das Regionalfenster. Verbraucher könnten damit auf einen Blick erkennen, ob Lebensmittel zu Recht mit einer regionalen Herkunft beworben werden. Händler und Hersteller hätten so auch die Möglichkeit, sich von anderen Anbietern abzuheben. Dagegen kritisieren Verbraucherschützer, dass die Kennzeichnung freiwillig ist. Sie fordern verpflichtende Vorgaben für regionale Lebensmittel.