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Mestemacher Teurer Roggen

Susanne Klopsch | 26. Januar 2012
Mestemacher:  Teurer Roggen

Großbäcker Mestemacher macht der Rohstoff Roggen Sorgen. Eine vorsichtige Prognose für 2012.

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„Konservativ geplant“ sind die etwa 120 Mio. Euro Umsatz, die Mestemacher 2012 anvisiert. Die unwägbare Wirtschaftslage im In- und Ausland hat die Westfalen zu einer vorsichtigen Prognose veranlasst. Dabei lief es 2011 nicht einmal schlecht für den Gütersloher Großbäcker: Auf 118 Mio. Euro summierte sich der Umsatz mit SB-verpackten Brotsorten wie Pumpernickel, Vollkornbroten, internationalen Brotspezialitäten und Tiefkühlkuchen. Der Gruppenumsatz stieg um 5 Prozent (6 Mio. Euro). „Der Markt für geschnittene Brote stagniert seit Jahren, daher sind wir sehr zufrieden mit dem Umsatzplus“, sagte Albert Detmers, geschäftsführender Gesellschafter in der Mestemacher-Gruppe, bei der Vorstellung der Zahlen. Auch mit dem leicht rückläufigen Ertrag sei man immer noch zufrieden. Der Exportanteil liegt bei 22 Prozent; inklusive der erfolgreichen polnischen Tochter Benus beträgt der Auslandsanteil 27 Prozent des Gesamtumsatzes.

Wirkliche Sorgen bereitet den Westfalen der Rohstoff Roggen: Er wird immer teurer, zudem schrumpft der weltweite Roggenanbau zugunsten des Anbaus von Weizen bzw. zugunsten des Anbaus von Pflanzen, die sich für die Herstellung von Biokraftstoffen verwenden lassen. Hinzu kam die schlechte Ernte des vergangenen Jahres. Die Folge: „Erstmals seit mehr als 20 Jahren haben die Preise für Brotroggen die Preise für Weizen überschritten und sind im Gegensatz zu Weizen in diesem Jahr nicht gefallen“, sagte Detmers, „Roggen wird immer mehr zu einer Randerscheinung.“

Die Mehrkosten hatten sich bereits 2011 mit einem Aufschlag von etwa 10 Cent pro Packung niedergeschlagen. Sollte sich der Kostendruck 2012 weiter verstärken, „dann müssen wir auch Kundenbeziehungen in Frage stellen“, stellte Detmers klar.

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Richtig schwierig war im vergangenen Jahr die Beschaffung von Bio-Roggen: „Wir mussten erstmals in der Firmengeschichte im Ausland Bio-Roggen zukaufen“, sagte Fritz Detmers, ebenfalls geschäftsführender Gesellschafter. In Dänemark kauften die Westfalen 6.000 t. Detmers will nun wieder das Netz der Roggenanbauenden Landwirte in einem Umkreis von 100 bis 150 km um den Firmensitz verdichten, um die gewünschte hohe Qualität zu sichern.

Fakten
  • 2011 wurden monatlich fast 10 Mio. Brotpackungen hergestellt
  • Pro Monat werden 2.200 t Getreide , meist Roggen, verarbeitet
  • 70 Prozent des Absatzes sind Roggenprodukte
  • Der Anteil der Weizenprodukte hat sich kontinuierlich erhöht
  • 3,7 Mio. Euro wurden 2011 investiert
  • 2012 sind 4,6 Mio. Euro Investitionen geplant: Der größte Teil fließt in Technik zur Steigerung der Energieeffizienz
  • 522 Mitarbeiter hatte die Mestemacher-Gruppe 2011
  • Die polnische Tochter Benus setzte 2011 6 Mio. Euro um
  • Die 19. „Panem-et-Artes“-Brotdose zieren die „Ladies“ der Künstlerin Silvia Exner
Bild:  Erfolgreiche Familie: (v .r.) Prof. Dr. Ulrike Detmers (Mitgesellschafterin Mestemacher-Gruppe), Albert Detmers, Fritz Detmers (beide geschäftsführender Gesellschafter), Helma Detmers (Ehefrau von Fritz Detmers). Bildquelle Mestemacher

\\ www.mestemacher.de