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Argal Spanier wächst rasant

Christina Steinheuer | 26. Januar 2012

Bei spanischen Wurst- und Fleischwarenprodukten kommt man im deutschen Handel kaum noch an Argal vorbei. Neue Konzepte forcieren die Expansion.

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Noch im Januar 2005 kannten fast nur Insider die spanische Unternehmensgruppe Argal, im September 2005 wird die Argal Deutschland GmbH gegründet und Gas gegeben. Heute sind die spanischen Wurst- und Fleischwarenartikel nahezu flächendeckend im deutschen Handel vertreten. Von quasi 0 Euro Umsatz schaffte die Vertriebsmannschaft binnen etwas mehr als sechs Jahren ein Wachstum, das sich sehen lassen kann: 2011 lag der Umsatz bei knapp 20 Mio. Euro, die Wachstumsrate bei mehr als 25 Prozent.

Das deutsche Argal-Team ist klein, umfasst nur wenige Mitarbeiter und kann so besonders effizient und schnell arbeiten oder auch auf Hinweise reagieren und Ideen angehen. Neben dem Verkaufsleiter Wolfgang Schneider gibt es einen Key Account-Manager sowie vier Mitarbeiter im Innendienst. Den Außendienst unterstützt ein Team von sieben Fachhandelsagenturen. „Diese ausgezeichnete Hilfe in allen Vertriebsbereichen trägt erheblich zu unserem Erfolg bei“, sagt Wolfgang Schneider. „Wie immer sind es die Menschen, die den Unterschied machen.“

Ganz wichtig für das Vorankommen im LEH sei es gewesen, individuell auf jeden (potenziellen) Kunden zuzugehen. „Überhaupt hören wir unseren Kunden gut zu und unterstützen sie so gut es geht beim Verkauf am PoS – und zwar durch vielfältigste Maßnahmen.“ So konnten unter anderem die Qualität und der Zuschnitt kontinuierlich verbessert werden. Außerdem entstünden so auch regelmäßig neue Produkte, Konzepte, Aktionen und Innovationen. Ein Beispiel ist das „Take-away“-Konzept mit nicht deckungsgleichen Artikeln, eine SB-Verpackung, in der mehrere Wurst- und Fleischwarenartikel angeboten werden. Argal will für den Point of Sale durchaus auch Problemlöser sein. So ist man durch eine ausgeklügelte Logistik in der Lage, Kunden vorkommissioniert bis zu 20 Artikel im „Cross Docking“ zur Verfügung zu stellen. Zweitplatzierungsdisplays werden bewusst relativ hochwertig gestaltet und enthalten oft echte Körbe.

Angetreten war Argal, um den italienischen Wurstspezialitäten Konkurrenz zu machen. Inzwischen haben die Spanier, sowohl was das mediterrane Image als auch die Bekannt- und Beliebtheit anbelangen, viel Boden gut gemacht. Parma- und Serrano-Schinken werden in etwa gleich stark nachgefragt. Argals stärkste Artikel sind entsprechend der Rundleger Serrano Schinken und Salami-Spezialitäten. Obwohl 2011 ein wirtschaftlich schwieriges Jahr war, schließt auch die Argal-Gruppe das Jahr mit einem Plus ab. Möglich war die stetig gute wirtschaftliche Entwicklung nur dank hoher Investitionen in die vier Produktionsbetriebe. Von zentraler Bedeutung ist die SB-Produktion in den modernen Slice-Werken.

Besonders stolz ist die Argal-Mannschaft auf ihren Betrieb in der Extremadura in Fregenal de la Sierra, wo neben den weltberühmten Iberico Schinken auch die Spezialitäten dieser spanischen Region hergestellt werden: Salchichon, Chorizo Salami und Lomo aus dem Fleisch des echten Iberico-Schweins. Neuheiten für den deutschen Markt präsentieren Schneider und sein Team beim 20. Deutschen Fleischkongress der LP am 29. Februar auf dem Petersberg.

Drei Fragen an Wolfgang Schneider
Herr Schneider, wie sind Sie zu Argal gekommen? Warum überhaupt Argal?

Anfang 2005 hatte ich mich, nach vorherigen Vertriebs- und Marketing-Tätigkeiten für das Unternehmen Reinert sowie der siebenjährigen Aufgabe als Verkaufsleiter des Unternehmens Negroni /Montorsi, selbstständig gemacht. Der Gedanke hinter dem Unternehmen WS Vertrieb war, dass ich unabhängig Vertriebs- und Marketingstrategien für mediterrane Fleischwaren im deutschsprachigen Raum entwickeln und umsetzen wollte. Der Markteintritt war für Argal natürlich nicht einfach, da alle bekannten Unternehmen bereits da waren. Allerdings wollten wir anders sein – nicht nur Serrano Schinken verkaufen, sondern dem Kunden die Vielfalt des Sortiments und seiner Möglichkeiten aufzeigen – quasi analog zu den italienischen Wurstspezialitäten, die damals den Markt dominierten. Geholfen hat uns die sehr gut entwickelte SB-Ware mit dem Rundleger sowie das Engagement der Inhaber für Qualität. So ist Argal Mitglied im „Consorcium Serrano“, das die Herkunft und Kontrolle des Serrano Schinkens staatlich unterstützt und Promotion fördert.
Wie haben Sie dieses rasante Wachstum in Deutschland hinbekommen?
Kunden der ersten Stunde waren Dohle und Edeka. Mit denen haben wir Sortimente entwickelt. Schnell wurden andere Marktteilnehmer aufmerksam und registrierten, dass eine Qualitätsmarke aufgebaut wird. Mit Hilfe der Edeka wurden z. B. Salami-Artikel ohne Farbstoffe und Allergene entwickelt.

Welche Ziele haben Sie?

Wir wollen die 30-Mio.-Euro-Umsatzmarke knacken. Wir sind gerade von Herford nach Bielefeld gezogen, wo die Büromannschaft unter Leitung von Sabine Jules weiter verstärkt wird. Neue Geschäftsfelder im Salat- sowie im Ready-Meal-Geschäft werden gerade in Spanien erschlossen und könnten auch hier eine Rolle spielen. Nach dem weiteren Aufbau der Distribution wird die Markenkampagne folgen. Für die Argal-Gruppe ist der Erfolg in Deutschland vorbildlich und soll besonders auf die neuen Märkte im Osten Europas ausgedehnt werden. Der Export wird im Unternehmen weiter gestärkt und soll Motor der Unternehmensentwicklung werden.
Zum Unternehmen Argal
Das fast 100-jährige Unternehmen wurde als Familienbetrieb 1914 in Spanien gegründet. Vor etwa 13 Jahren wurde die damals zum Sara-Lee-Konzern gehörende Grupo Alimentario Argal von den damaligen Top-Managern unter Leitung von Antonio Escriba und Jose Maria Orteu gekauft (Management-Buy-out) und damit wiederum zu einem Familienbetrieb. Von damals 80 Mio. Euro Umsatz gelang ein stetiges Wachstum auf ca. 180 Mio. Euro Umsatz zum Jahresende 2011. Im September 2005 wurde die Argal Deutschland GmbH gegründet. Sie erwirtschaftete 2011 knapp 20 Mio. Euro Umsatz.
Bildquelle: Hoppen