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VLAM Für mehr Transparenz

Dörte Fleischhauer | 12. Januar 2012
VLAM:  Für mehr Transparenz

Bildquelle: fotolia

Die flämische Schweinefleischbranche will sich mithilfe eines Aktionsplanes stärken. Interessant auch für Deutschland, den wichtigsten Kunden.

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Der flämische Ministerpräsident und Landwirtschaftsminister Kris Peeters hat für die Schweinefleischbranche einen Aktionsplan vorgelegt. Einer der wichtigsten Schwerpunkte: mehr brancheninterne Transparenz. Nur allzu oft müssten sich Schweinehalter auf die Beratung durch kommerzielle Partner verlassen. Zur Bewertung von Investitionen und Rentabilität sollen deshalb in Zukunft objektive Daten herangezogen werden.

Weiteres Thema ist die Förderung von Absatz und Qualität. In den nächsten beiden Jahren soll es für die Schweinerasse Piétrain eine Prämie von 100 Euro pro Zuchtsau geben, um die Eigenschaften dieser Rasse optimieren und dadurch besser vermarkten zu können. Auch einen Codex für gute Schlachtpraxis, die Vereinfachung der Qualitätssysteme und die Förderung erzeuger- und branchenübergreifender Organisationen stehen auf der Tagesordnung. In den strategischen Plänen für die Biobranche erhalte der Schweinesektor ebenfalls ein besonderes Augenmerk. Verstärkt werden sollen zudem die Initiativen zur Förderung der Schweinefleischausfuhren. Geplant sind auch Investitionen in Höhe von 2 Mio. Euro in die Errichtung eines praxisorientierten „Forschungszentrums Schweine“ mit eigener Informationsstelle. Hier soll die gesamte Branche diverse Informationen zur Schweinehaltung und der dazugehörenden Forschung einholen können. „Innerhalb der flämischen Land- un d Gartenbauwirtschaft muss die Schweinehaltung auch in Zukunft die gleiche Schlüsselrolle erfüllen, die sie seit jeher gespielt hat“, erklärte Peeters.

2010 exportierte Belgien weltweit 761.216 t frisches Schweinefleisch (inkl. Fett und Innereien) für einen Gesamtwert von 1,24 Mrd. Euro. Schweinefleisch ist somit einer der Spitzenreiter im gesamten belgischen Ausfuhrpaket an Nahrungsmitteln. Mehr als 90 Prozent des belgischen Schweinebestandes kommt aus Flandern. Deutschland ordert rund ein Drittel seiner Einfuhrmengen an frischem Schweinefleisch in Belgien und belegt damit Platz eins auf der Kundenliste der belgischen Fleischlieferanten.

Der Aktionsplan greife mit sofortiger Wirkung, ergänzt Joris Coenen, Marketingleiter von Belgian Meat Office. „Er zielt darauf ab, die flämische Schweinebranche für die Zukunft kompetitiv und rentabel aufzustellen.“ Von den angepeilten Zielen seien einige marktstrategisch orientiert, beispielsweise die Exportförderung von flämischem Schweinefleisch durch Belgian Meat Office. Deutschland als europäische Drehscheibe des Fleischhandels spiele dabei eine herausragende Rolle.

Direkte Auswirkungen auf den Fleischpreis hätten die Maßnahmen nicht. „Die ,Kosten’ dieses Maßnahmenpaketes sind als Investition mit mittelfristiger Tragweite zu betrachten“, so Coenen weiter. Durch die derzeitigen „antizyklischen Investitionen” soll die flämische Schweinebranche gestärkt werden: Eine solidere und krisenresistentere Branche sei in punkto Rentabilität und Kompetitivität bestens für die Zukunft gerüstet. Natürlich sei die gesamte Branche gefordert, wenn es um Preistransparenz, Kreditverlängerung zwischen den einzelnen Stufen, Tierwohlsein oder spezifische Zuchtprogramme gehe. „Das Engagement der Branche – mit Unterstützung der flämischen Regierung – ist sehr breit gefächert und das nicht nur in finanzieller Hinsicht.”

Bild: "Das Engagement der Branche ist sehr breit gefächert. nicht nur in finanzieller Hinsicht", urteilt Joris Coenen, Belgian Meat Office.