Dr. Oetker Offensive „Pizza“

Der TK-Pizzamarkt war 2009 leicht rückläufig, aber er ist beileibe nicht ausgeschöpft. Dr. Oetker arbeitet darum weiter innovativ. Die Ansätze bleiben geheim. Nur eines ist sicher: „Billig“ steht den Bielefeldern nicht.

Dienstag, 07. September 2010 - Hersteller
Ulrike Pütthoff

Inhaltsübersicht

Mussten Sie auch in eine neue Produktionslinie investieren?

Ja, auch die musste entwickelt werden. Produziert wird jetzt in Wittenburg. Dort kommt der Pizzaboden auf einem Steinförderband in den Ofen, wird nach einer kurzen Backzeit belegt und tiefgefroren.

Der TK-Pizzamarkt war 2009 leicht rückläufig. Ist er ausgereizt?

Aus Marktbeobachtungen wissen wir, dass es neue Verwender geben wird. Wir haben aber auch Substitutionseffekte zu unseren anderen Marken einkalkuliert.

Sind frische Pizzen ein ernst zunehmendes Konkurrenzprodukt?

Wir als TK-Produzent sehen für den Verbraucher keinen technologischen Vorteil. TK-Pizza ist frischer als frisch – um den Werbeslogan des Deutschen Tiefkühlinstituts zu zitieren. Außerdem bieten die Tiefgekühlten die Möglichkeit zur Bevorratung und sind genauso convenient. Auch in der Qualität setzen wir Maßstäbe. Insofern braucht man gekühlte Frischepizzen gar nicht. Jedenfalls sind sie kein Wachstumsmarkt.

Wann ist für Sie eine Innovation erfolglos?

Für das Marketing zählt, Käufer zu gewinnen und diese zu halten. Der zweite Schritt, also die Wiederkaufrate, ist für mich die wichtigste Größe.

Studien besagen, dass eine Überauswahl an Artikeln zu enormem Wertverlust auch bei der Industrie führt.

Das sehe ich anders. Auf Innovationen kann man nicht verzichten, nur weil der Markt scheinbar an seine Grenzen stößt. Wo stünden wir heute, wenn wir nur auf Renner bzw. Klassiker setzen? Es gibt und es wird immer Rotationen im Pizzamarkt geben. Natürlich muss man bereit sein, Sortimente zu bereinigen. Doch das entbindet uns als Markenartikler nicht davon, bestimmte Themen wie Bio oder Low Fat zu besetzen, auch wenn es nur Nischen sind.

Wann ist mit Tradizionale eine Expansion ins Ausland geplant?

Daran denken wir momentan noch nicht. Zunächst steht Deutschland im Fokus. Wenn wir hier zu Lande unsere Erwartungen erfüllt haben, reden wir weiter.

Sie haben mit der Übernahme von Schwan´s enormes Marktpotenzial im Ausland zugekauft. Wäre es nicht sinnvoll, dieses in einem Zuge auszubauen?

Dr. Oetker UK Ltd. hat das Schwans-Europageschäft gekauft. Das heißt, ein Werk in Leyland, das wir in unsere britische Schwester integriert haben und diverse Markenrechte. In Großbritannien sind wir dadurch auf einen Schlag Marktführer geworden. Aber dort wird nicht für den deutschen Markt produziert. Für den deutschen Markt gibt es keine Synergien.

Können Sie sich auch neue Geschäftsfelder vorstellen?

Wir konzentrieren uns auf TK-Pizza und –snacks. Hier gibt es sowohl in Deutschland als auch international noch viel zu tun.