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Nachgefragt Industrie und Nachhaltigkeit

Lebensmittel Praxis | 07. Oktober 2011
Nachgefragt: Industrie und Nachhaltigkeit

Der Umgang mit begrenzten Ressourcen ist eine Herausforderung, die Lebensmittelproduzenten nachhaltig angehen und nicht als kurzfristige Image-Aufhübschung sehen.

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Energie, Wasser, Klimaschutz, umweltschonender Rohstoffbezug, teilweise verknüpft mit Fairem Handel, sind derzeit vorrangige Themen.

Die LEBENSMITTEL PRAXIS hakt nach:
  1. Wo legen Sie in Ihrem Unternehmen einen besonderen Schwerpunkt in puncto Ressourcenschonung?
  2. Welche Projekte zum Thema Ressourcenschonung stehen aktuell bzw. kurzfristig in Ihrem Unternehmen an?

Apetito

Andres Ruff, Vorstandsvorsitzender Apetito AG


1. In den Umweltleitlinien haben wir festgelegt, dass wir Produkte und Dienstleistungen unter Beachtung einer weitest möglichen Schonung der Ressourcen entwickeln, kochen und vertreiben. Dabei haben wir vor allem Ressourcen wie Energie, Wasser, Lebensmittelzutaten im Blick.

2. In den letzten zehn Jahren haben wir den Ressourcenverbrauch drastisch senken können, z. B. Wasser um 35 Prozent, Strom um 21, Restmüll um 53 Prozent. Für die nächsten zehn Jahre haben wir uns noch mehr vorgenommen: Den Verbrauch an Gas wollen wir um 80 Prozent senken, Strom um weitere 49. Und zwar durch den Bau eines Biomasse-Kraftwerkes gemeinsam mit den Stadtwerken Düsseldorf: Wir setzen Restholz ein und blockieren keine Agrarflächen.

Bad Heilbrunner

Dr. Heinz Dittrich, Geschäftsführer Bad Heilbrunner

1. Hier sind zu nennen das Energiekonzept (Energie-Einsparung, Einsatz erneuerbarer Energien), die Abfallwirtschaft (Mülltrennung, Recycling) sowie die Logistik.

2. Als Unternehmen, das pflanzliche Rohstoffe aus Anbau, aber auch aus Wildsammlungen bezieht und verarbeitet, ist Biodiversität ein sehr wichtiges Thema. Nachhaltige Rohstoffbeschaffung ist für uns und unsere Lieferanten im „the nature network“ selbstverständlich. Es gibt strenge Umweltschutz-Richtlinien, vermehrt wird auf kontrollierten, integrierten Anbau gesetzt. Soweit wie möglich wird auf Pflanzenschutzmittel verzichtet. Detaillierte Sammelpläne stellen sicher, dass bei Wildsammlung die Flächen nur so genutzt werden, dass der Bestand wieder nachwachsen kann.

Bonduelle

Andreas Kuhnle, Marketingleiter Bonduelle

1. Die nachhaltige Entwicklung fußt auf folgenden Säulen: Landwirtschaftliche Produktion (vernünftiger Umgang mit Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, Einsatz von sparsamen Bewässerungsmethoden). Wir sparen natürliche Ressourcen ein (u.a. Reduzierung des Energie- und Wasserverbrauchs in den Werken, sinnvolles Recycling von Abfällen). Bonduelle minimiert beim Transport zwischen den Standorten den Ausstoß von Treibhausgasen („Huckepackverkehr“). Die Qualität und die Ernährung (v.a. Nährwerte der Produkte) sollen stetig verbessert werden. Die Menschen bzw. die Angestellten von Bonduelle stehen im Mittelpunkt (Nachhaltigkeit als zentrales Ziel verankert; gute Aufstiegschancen und Weiterbildungsmaßnahmen).

Campbells

Mario Steinbach, Facility Manager Campbells

Die Campbell Soup Company mit Stammsitz in den USA hat bereits vor einigen Jahren Sustainability als ein Unternehmensziel in Form eines weltweiten Programms ausgerufen. Auch für den deutschen Standort in Lübeck wurden klare Ziele definiert.

Schwerpunkte liegen in der Reduzierung des Primärenergieeinsatzes z.B. bei Erdgas, Strom und Wasser. Außerdem wurden vorhandene Dampfkessel mit emissionsarmen Hochleistungsbrennern ausgestattet. Kommende Projekte sind die Umrüstung von Neon-Röhren auf LED-Beleuchtung in den Verwaltungsbereichen, die Installation von Deckenheizstrahlgeräten im Etikettier- und Lagerbereich sowie der Einsatz von Hybrid-Treibgasstaplern.