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Interview mit Sebastian Schaeffer Glasarbeiten ohne Bruch

Dieter Druck | 11. August 2017
Interview mit Sebastian Schaeffer: Glasarbeiten ohne Bruch

Bildquelle: Christian Geisler

Schwartau verpackt seine Markenkonfitüre neu. Ein komplexes Unterfangen bei einer „Fünfzigjährigen“, weil es geht um mehr als reine Optik. Auch innere Werte zählen, und die werden auf einen neuen Stand gebracht.

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Ganzheitlich und langfristig ist die Denkweise bei den Schwartauer Werken. Seit 1899 wird im Zentrum von Bad Schwartau produziert. 1962 wurde die Marke Schwartau Extra auf den Markt gebracht, seit 1969 im bis vor Kurzem ausgelieferten, taillierten X-Glas. Gerundete 50 Jahre später bekommt die Schwartau Extra ein neues gläsernes Behältnis. Und da steckt noch mehr dahinter. Sebastian Schaeffer, Vorsitzender der Geschäftsführung, stellt dar, wie weit reichend ein Glaswechsel bei Schwartau sein kann.

Das ehemalige Konfitürenglas von Schwartau Extra hat nahezu 50 Jahre gehalten. Warum jetzt ein neues?
Sebastian Schaeffer: Es war an der Zeit. Und es war vor allem nicht das Gebinde allein, das uns beschäftigt hat. Basis ist das unternehmerische Leitmotiv „Echt Gut Gemacht“ , das höchste Qualität auf allen Ebenen verfolgt. Einbezogen wurden zudem das für uns wichtige Thema Nachhaltigkeit sowie die Trends Regionalität, Natürlichkeit und bewusste Ernährung. Daraus entstand ein großes Paket

Was haben Sie hinein gepackt?
Weiterreichende Ansätze sind beispielsweise die Verpackungs- und Versandeinheiten. Wir haben uns hierzu in einigen Zentrallagern unserer Handelskunden umgesehen und deren Sicht aufgenommen. So werden beispielsweise künftig nur noch acht statt zehn Gläser in einen Karton verpackt, was sich auf eine stabilere Palettenbestückung durchschlägt und die meist automatisierten Abläufe an diesen Orten erleichtert. Gleichzeitig wurden Zweitplatzierungen bzw. die Displays grundlegend überarbeitet.

Was wurde denn im Glas, sprich am Inhalt, verändert?
Auch das ist komplexer ausgefallen. Es steckt mehr dahinter als nur eine Rezepturveränderung.

Der Zucker ist bei Konfitüren und Fruchtaufstrichen nahe liegend und ein mediales Thema. Wie agiert Schwartau?
Marmelade ohne Zucker gibt es nicht. Und ich denke, dass sich die von Ihnen angesprochene Zuckerdiskussion nicht an der Marmelade aufhängt. Dennoch haben wir bei unseren Produkten über die Jahre den Zuckeranteil sukzessive reduziert und bewegen uns bei Konfitüren, bedingt durch die in den Leitsätzen festgeschriebenen Anteile, an den Deklarationsgrenzen.

Vorteile für den Handel

Die neue Schwartau Extra bringt mit überarbeiteten Trays auch dem Handel Vorteile. Höhere Rotation, weil weniger Ware pro Einheit, mehr Platz im Regal durch kleinere Trays und schnelleres Finden durch eindeutige Blockbildung.

Ich gehe demnach davon aus, dass Sie bei der „Extra“ nicht eine Extraportion Zucker draufgelegt haben. Was ist dort passiert?
Grundlegend bei der Schwartau Extra ist jetzt der totale Verzicht auf die Zutat Glucosesirup.

... die ja Berühmtheit als billige, ungesunde Zuckeralternative errang.
Das war aber nicht unser zentraler Beweggrund, sondern vielmehr der Aspekt Natürlichkeit. Deshalb verwenden wir jetzt allein Kristallzucker und erzielen damit gleichzeitig einen intensiveren Fruchtgeschmack. Und mit dem Ansatz Natürlichkeit einher geht der gleichzeitige Verzicht auf Citronensäure. Stattdessen verarbeiten wir nur noch Zitronensaftkonzentrat. Das war mit Abstand der komplexeste Schritt.