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Interview Jochen Wendt - Lavazza „Wir sind die Italiener" - A Modo Mio

Dieter Druck | 13. Januar 2011
Interview Jochen Wendt - Lavazza: „Wir sind die Italiener"

Bildquelle: Mugrauer

Über das Segment Espresso entwickelt sich die Luigi Lavazza Deutschland GmbH im hiesigen Markt und erschließt mit Pads und Kapseln neue Teilmärkte. Auch im klassischen Röstkaffee-Bereich steht Neues an. Vertriebschef Jochen Wendt erläutert die Langfrist-Strategie.

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Wie ist die Preisstellung?
Es sind zwei Modelle im Angebot. Beide haben eine Milchschaumdüse. Eine Standard-Version für 159 Euro und eine Premiumvariante mit Automatik für 199 Euro. Die Packungen mit 16 Kapseln werden zu einem UVP von 5,79 Euro angeboten.

Wie ist die aktuelle Listung?
Den Anfang haben wir bei Kaufhof gemacht, jetzt ist HIT dazu kommen und für den C&C-Bereich arbeiten wir mit FEGRO zusammen. Selektiv haben wir die Maschinen auch bei Elektromärkten verkauft, was 2011 ausgebaut wird. Insbesondere im Süden registrieren wird aktuell gute Abverkäufe für Kapsel und Geräte. Im Supermarkt rechnen wir uns ebenfalls gute Chancen aus. Unser Hauptargument für den Handel neben der Qualität des Espresso ist die Verfügbarkeit der Kapseln in jedem Markt, der auch Maschinen verkauft. Damit realisiert dieser Markt auch den Umsatz und den Ertrag der Kapsel, was bei unserem Hauptwettbewerber aufgrund des Vertriebssystems nicht möglich ist.

Steht das Kapsel-Segment nicht schon vor dem preislichen downgrading?
Das ist aktuell schwer zu beurteilen. Das Segment ist zugegebenermaßen diffizil. Aber wir kommen nicht über den Preis, sondern über den qualitativen Anspruch, sprich Espresso-Bar-Qualität für Zuhause.

Welche Bedeutung haben die Elektrofachmärkte als Absatzmittler für Lavazza?
In dieser Schiene ist Lavazza klarer Marktführer beim Absatz ganzer Bohnen. Es ist ein Kanal, der an Premium-Marken interessiert ist, die sich auch außerhalb von Preisaktionen gut verkaufen – und den man gut für die Einführung neuer Produkte nutzen kann. Lavazza verfügt über einen Kundenstamm, der auch gezielt dort seinen Kaffee einkauft.

Bleibt das Segment des klassischen Röstkaffees. Nach wie vor mit Abstand das größte im deutschen Markt. Wäre hier ein Markteinstieg für Lavazza lohnend?
Ein Einstieg in das höherpreisige Segment macht durchaus Sinn und wir bereiten gerade den Launch eines Produktes vor.

Wie hält man es bei Lavazza mit der Nachhaltigkeit?
Das ist seit langem Thema bei unserer italienischen Mutter, aber wird nicht vordergründig kommuniziert. Mit Tierra haben wir eine entsprechende Produktlinie in Kooperation mit der Rainforest Alliance im Bereich Food Service. Aber wir werden das Thema im neuen Jahr über das LEH-Sortiment offensiver aufgreifen.

Zum Unternehmen

Gründung: 1895 in Turin durch Luigi Lavazza. Die Firma befindet sich mittlerweile bereits in vierter Generation in Familienbesitz.
Vertrieb: Lavazza ist in mehr als 90 Ländern vertreten und hat in elf Ländern Niederlassungen. Der Firmenhauptsitz ist in Turin, Italien.
Geschäftsfelder:
Das Unternehmen agiert in den Bereichen Handel, Gastronomie und Vending und besitzt weltweit Caffè-Bar-Filialen der Marken Il Caffè di Roma, Lavazza Bar, Espression und Barista.
Umsatz (weltweit):
1,09 Mrd. Euro im Jahr 2009
Umsatz Deutschland:
120 Mio. Euro
Mitarbeiter:
weltweit etwa 4.000, davon rund 80 in Deutschland
Geschäftsführer Deutschland:
Guido Civati