Interview Jochen Wendt - Lavazza „Wir sind die Italiener" - A Modo Mio

Über das Segment Espresso entwickelt sich die Luigi Lavazza Deutschland GmbH im hiesigen Markt und erschließt mit Pads und Kapseln neue Teilmärkte. Auch im klassischen Röstkaffee-Bereich steht Neues an. Vertriebschef Jochen Wendt erläutert die Langfrist-Strategie.

Donnerstag, 13. Januar 2011 in Hersteller
Dieter Druck
Artikelbild „Wir sind die Italiener" - A Modo Mio
Bildquelle: Mugrauer

Inhaltsübersicht

Dann werden Sie vergleichbare Ambitionen mit dem Launch des Kapsel-Systems „A Modo Mio" haben....
Wir verfolgen einen soliden Wachstumsplan mit einem selektiven Launch und einem Distributionsaufbau über den Süden. Im Vordergrund stehen die Qualität des Espresso und die Kommunikation seiner italienischen Herkunft. In Italien ist Lavazza seit 2007 mit der Serie im Markt und bewegt sich dort mit rund 380.000 verkauften Maschinen auf Nespresso-Niveau. Das ist hierzulande nicht unser Anspruch, hier setzen wir wie im Espresso-Segment auf Langfristigkeit.

Wie ist die Preisstellung?
Es sind zwei Modelle im Angebot. Beide haben eine Milchschaumdüse. Eine Standard-Version für 159 Euro und eine Premiumvariante mit Automatik für 199 Euro. Die Packungen mit 16 Kapseln werden zu einem UVP von 5,79 Euro angeboten.

Wie ist die aktuelle Listung?
Den Anfang haben wir bei Kaufhof gemacht, jetzt ist HIT dazu kommen und für den C&C-Bereich arbeiten wir mit FEGRO zusammen. Selektiv haben wir die Maschinen auch bei Elektromärkten verkauft, was 2011 ausgebaut wird. Insbesondere im Süden registrieren wird aktuell gute Abverkäufe für Kapsel und Geräte. Im Supermarkt rechnen wir uns ebenfalls gute Chancen aus. Unser Hauptargument für den Handel neben der Qualität des Espresso ist die Verfügbarkeit der Kapseln in jedem Markt, der auch Maschinen verkauft. Damit realisiert dieser Markt auch den Umsatz und den Ertrag der Kapsel, was bei unserem Hauptwettbewerber aufgrund des Vertriebssystems nicht möglich ist.

Steht das Kapsel-Segment nicht schon vor dem preislichen downgrading?
Das ist aktuell schwer zu beurteilen. Das Segment ist zugegebenermaßen diffizil. Aber wir kommen nicht über den Preis, sondern über den qualitativen Anspruch, sprich Espresso-Bar-Qualität für Zuhause.

Welche Bedeutung haben die Elektrofachmärkte als Absatzmittler für Lavazza?
In dieser Schiene ist Lavazza klarer Marktführer beim Absatz ganzer Bohnen. Es ist ein Kanal, der an Premium-Marken interessiert ist, die sich auch außerhalb von Preisaktionen gut verkaufen – und den man gut für die Einführung neuer Produkte nutzen kann. Lavazza verfügt über einen Kundenstamm, der auch gezielt dort seinen Kaffee einkauft.

Bleibt das Segment des klassischen Röstkaffees. Nach wie vor mit Abstand das größte im deutschen Markt. Wäre hier ein Markteinstieg für Lavazza lohnend?
Ein Einstieg in das höherpreisige Segment macht durchaus Sinn und wir bereiten gerade den Launch eines Produktes vor.

Wie hält man es bei Lavazza mit der Nachhaltigkeit?
Das ist seit langem Thema bei unserer italienischen Mutter, aber wird nicht vordergründig kommuniziert. Mit Tierra haben wir eine entsprechende Produktlinie in Kooperation mit der Rainforest Alliance im Bereich Food Service. Aber wir werden das Thema im neuen Jahr über das LEH-Sortiment offensiver aufgreifen.