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Verpoorten 140 Jahre!

Reiner Mihr | 29. Januar 2016

1876 gründete der Destillateur Eugen Verpoorten in Heinsberg sein Unternehmen, welches Destillate unterschiedlichster Art herstellte. Erfolgreich war vor allem der „Advokaat“, ein Eierlikör nach eigenem, geheimen Rezept, der noch heute so verkauft wird.

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„ Zum Jubiläum bringen wir natürlich verkaufsfördernde Aktionen“, sagt Peter Nicolay, Vertriebsleiter bei Verpoorten. Für das Frühjahrsgeschäft soll der Verkauf mit einer Promotion unterstützt werden, die vor allem eine limitierte Jubiläumsflasche im Retro-Design in den Vordergrund rückt. Diese wird im 6er-Karton und impulsstarkem Display im Handel platziert und von TV-, Online- und weiteren Kommunikationsmaßnahmen begleitet. 500 Mio. Konsumenten-Kontakte will Nicolay damit erzielen.

Von Erdbeeren bis kaffee
Das Bonner Unternehmen wird aber auch übers ganze Jahr 2016 immer wieder für neue Kaufimpulse sorgen. Von Mai bis August gibt es eine Aktion mit Erdbeerrezepten und Platzierungen für die Obstabteilung und ab Oktober wird das Thema Kaffee in Aktionen umgesetzt.

Im 17. Jahrhundert entdeckten europäische Eroberer bei Ureinwohnern am Amazonas ein Erfrischungsgetränk aus Avocados. Gemischt mit Rum und Rohrzucker, entstand eine Art Advokaat – Vorform des Eierlikörs. Versuche des Avocado-Anbaus in Europa scheiterten, und Eugen Verpoorten ersetzte die Butterfrucht durch frische Eier. Eugens Vorfahren kamen aus Flamen, hatten sich in Heinsberg bei Aachen niedergelassen. Der Name kommt vom flämischen Van der Poorten und fiel der Vereinfachung der deutschen Sprache zum Opfer. Der Eierlikör diesen Namens war schnell sehr erfolgreich, blieb es und ist es noch heute. Ein wahrer Popularitätsschub kam Anfang der 60er-Jahre: die Werbeagentur der Verpoortens entwickelte zusammen mit Viktor Verpoorten, Unternehmer der vierten Generation, aus dem Schlager „Ay ay ay Maria – Maria aus Bahia“ den Slogan „Ei Ei Ei Verpoorten“, der bis heute für Produkt und Unternehmen steht.

William Verpoorten ist der Unternehmenslenker der 5. Generation, der nach Stationen in Berlin und Straubing heute in Bonn residiert. Er hat wesentlich dafür gesorgt, dass sich der Hersteller auf eine Marke konzentriert und gleichzeitig sehr breit aufstellt: „Verpoorten“ begegnet Kunden auch im Schokoladen-, Kuchen-, Eiscreme- und Dessertregal. Dafür sorgen Kooperation und Lizenzen u. a. mit Kuchenmeister und Merl. Zusätzliche clevere Geschäftsidee: Für Eierlikör wird nur Eigelb benötigt. Das Eiklar vermarktet Verpoorten in vielfältigen Sektoren, vor allem das Konditoren- und Süßwarenhandwerk kauft das hochwertige Eiweiß gerne in Bonn.

Fakten, die zählen
  • Jahresumsatz: ca. 50 Mio. Euro
  • Produktion: 130.000 Flaschen/Tag
  • Vertrieb: 18 Handelsagenturen, 60 Außendienstler
Vier Fragen an William Verpoorten

Welches Erlebnis hat Sie in Ihrer beruflichen Laufbahn besonders geprägt?
William Verpoorten: Früher wurden niedriggrädige Liköre – wie Verpoorten mit seinen 20 Volumprozent – von vielen Spirituosenherstellern milde belächelt. Die „richtige“ Spirituose fing damals bei 40 Prozent an. Die Zeit hat das verändert. Mich hat das damals angespornt.

Ihr größter Erfolg?
Den Aufbau einer Genussrange mit einer Produktmarke. Uns finden sie längst nicht mehr nur im Spirituosenregal, sondern beim Eis, bei Torten, bei Pralinen. Aber auch zum Beispiel mit unserem Verpoorten Punsch auf Weihnachtsmärkten. Welche Spirituose kann das von sich behaupten?

Misserfolge gab’s doch sicher auch …
Klar, als wir mal vor vielen Jahren einen Verpoorten mit Haselnussaroma versuchten. Oder die Sprühsahne – nicht alles funktioniert.

Wie geht’s weiter?
Erfolgreich, hoffe ich doch. Die sechste Generation Verpoorten steht mit meiner Tochter Viktoria schon in den Startlöchern.