Tag der Ernährungswirtschaft:Wandelt sich da was?

Bildquelle: Cluster Ernährung Brandenburg

Tag der Ernährungswirtschaft Wandelt sich da was?

Ernährung ändert sich - die Ernährungswirtschaft muss sich ändern. Wichtige Impulse gab es am Tag der Ernährungswirtschaft Brandenburg.

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Gegessen wird immer, trotzdem bleibt nichts wie es war. Die eher traditionell ausgerichtete Ernährungsbranche bewegt sich in einem spannenden und dynamischen gesellschaftlichen Umfeld. Veränderte Trends und Werte bestimmen auch in Zukunft, was produziert und was gesellschaftlich akzeptiert wird.

Stephan Sigrist vom „W.I.R.E.“ Think Tank für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft in Zürich wies in einem beeindruckenden Parforceritt durch gesellschaftliche Veränderungen nach, wie sich beispielsweise Digitalisierung, gesellschaftlicher Wandel und verändertes Denken auf die Art der Ernährung und damit auf Produkte und Produktion auswirken. Das interdisziplinäre Grundverständnis des Referenten, dass sich nämlich viele der zentralen Herausforderungen der heutigen Zeit nicht aus Sicht eines einzelnen Fachgebiets erklären lassen, beeindruckte die Zuhörer.

Dominic Blank von der POSpulse GmbH hatte ein nah an der Praxis orientiertes Thema. Wie lässt sich Erfolg im Lebensmittel-Einzelhandel messen? Sein Unternehmen setzt auf mobile Marktforschung. Und das funktioniert über Smartphone, App und willige Mitstreiter. „Crowdsourcing – Shopper Insights entlang der gesamten Customer Journey“ heißt das heutzutage auf neudeutsch. Aber es steckt auch was dahinter: Mehr als 155.000 Scouts, also freiwillige Handelskunden, Hausfrauen, Studenten und andere in Europa sammeln über eine App Erkenntnisse im Laden. Beispielsweise über die Realisierung einer Aktion, über die Platzierung eines Produktes oder die Umsetzung einer Werbemaßnahme. Gerade was die Schnelligkeit einer Nachfrage angeht, scheint das System unschlagbar zu sein.

Das waren nur zwei von mehreren spannenden Beiträgen.
Als Höhepunkt im Rahmen des Tages der Ernährungswirtschaft wurden auch drei Unternehmen der Brandenburger Lebensmittelhersteller für ihre Innovationsfähigkeit ausgezeichnet: Carl Pabst, Samen & Saaten GmbH, Kunella Feinkost GmbH und die Mosterei Ketzür GmbH. Pabst bekam den Preis für ein Anzucht-Set mit Sämereien. Die Innovation ist dabei die Verpackung: 100 Prozent Bio und 100 Prozent kompostierbar. Der Clou: Das Papier-Inlay wird mit 15 Mikroschichten verschiedener Stärkelösungen besprüht, das sich im Laufe von vier Anzuchtwochen auflöst.

Ketzür bekam den Preis für „Olga“ ein Fruchtsaft, der pro 250 ml-Flasche die durchschnittliche empfohlene Tagesdosis Vitamin B 12 aus natürlicher Quelle enthält. Ideal für Veganer und Vegetarier. Das B12 stammt von Chlorella Algen, die einen natürlich hohen Gehalt an Vitamin B12 aufweisen. Sie wachsen in einer Algenfarm im nördlichen Sachsen-Anhalt.

Kunella schließlich bekam den Preis für einen Brotaufstrich aus Leinöl mit zart cremiger bis leicht feinkörniger Konsistenz. Der Brotaufstrich enthält mehrfach ungesättigte Fettsäuren, ist ballaststoffreich, kochsalzarm und hat einen hohen Proteingehalt, ist weiterhin vegan, laktose-und allergenfrei.