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Kaufland Will Real-Mitarbeiter besser bezahlen

Lebensmittel Praxis | 17. September 2020
Kaufland: Will Real-Mitarbeiter besser bezahlen
Bildquelle: Kaufland

Kaufland will die mehr als 12.000 Real-Beschäftigten ohne Unterbrechung übernehmen und sie wieder nach dem Verdi-Tarifvertrag bezahlen, wenn das Kartellamt die Übernahme von 101 Filialen der Warenhauskette genehmigt. Das habe das Handelsunternehmen mit der Gewerkschaft vereinbart, teilte Verdi mit.

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Für Beschäftigte mit Altverträgen bei Real würde dies nach Angaben von Verdi eine Gehaltserhöhung von rund fünf Prozent bedeuten. Zudem wolle Kaufland die Betriebsräte von Real und in die bestehenden Strukturen des Unternehmens integrieren.

Die Zusicherung von Kaufland an Verdi gilt vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamtes, die noch im Jahr 2020 erwartet wird. Das gemeinsame Ziel, so heißt es in der Erklärung, sei „die Absicherung aller Filialen und deren Arbeitsplätze“ sowie „die erfolgreiche Fortführung der Filialen“.

„Nachdem Metro-Chef Olaf Koch jahrelang die Kapitalinteressen auf Kosten der Beschäftigten verfolgt hat und auch der Verkauf an die SCP-Group/X-bricks offenbar nur der Zerschlagung diente, nimmt Kaufland als erster Käufer die Interessen der Real-Belegschaft ernst“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Nach Angaben von Verdi verdienen Real-Mitarbeiter derzeit aufgrund eines Vertrages zwischen Real und dem Verein DHV zurzeit bis zu 25 Prozent weniger als es der Tarifvertrag vorsieht.

Verdi appelliert an die übrigen Erwerber von Real-Filialen, unter anderem Edeka, Rewe und Globus, ebenfalls eine entsprechende verbindliche Zusicherung gegenüber der Gewerkschaft abzugeben, um den betroffenen Beschäftigten ein Mindestmaß an Sicherheit und Zukunftsperspektive zu geben. „Was bei Kaufland künftig für die Real-Beschäftigten gelten soll, ist in den anderen Handelsunternehmen ebenso möglich und notwendig“, sagte Nutzenberger.