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Jefta Handelsabkommen tritt in Kraft

Thomas A. Friedrich | 01. Februar 2019
Jefta: Handelsabkommen tritt in Kraft

Bildquelle: Europäische Union

Heute öffnet sich für die EU ein gemeinsamer Marktplatz von 635 Millionen Verbrauchern im Land der aufgehenden Sonne Japan. Vor allem die europäische Lebensmittelindustrie dürfte vom Inkrafttreten des Wirtschaftlichen Partnerschaftsabkommens mit Japan (Jefta) Umsatz- und Einkommenssteigerungen erwarten.

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Jefta ist das bislang größte Handelsabkommen, dass die EU zum Abschluss gebracht hat. Kritiker vermissen Nachhaltigkeitskapitel und ein Verbot des kommerziellen Walfangs im Abkommen mit Japan. EU und Japan repräsentieren aktuell rund ein Drittel der globalen Brutto-Wertschöpfung. Besonders der europäische Export von Lebensmitteln und Agrarprodukten dürfte mit dem Handels-Deal durch die vereinbarte Abschaffung von rund 96 Prozent der aktuellen Zölle, einer weitgehenden Anerkennung von Herkunftsbezeichnungen und Aufhebung von Zollformalitäten einen kräftigen Boom in den kommenden Jahren erleben. Die sich wandelnde japanische Gesellschaft geht mit einer Sehnsucht nach französischem Champagner, italienischen Prosecco und spanischem Cava sowie Schokoladenverführung aus Belgien und Frankreich einher. Die 127 Millionen japanischen Verbraucher sind auch hungrig auf europäische Käsespezialitäten, irisches Rindfleisch und Schwarzwälder Schinken.

Die Brüsseler Generaldirektion Landwirtschaft legt entsprechende Statistiken über zu erwartende Geschäftsvolumen vor. „Die Japaner lieben die qualitativ hochwertigen europäischen Produkte wie Weine, Käse, Schokolade, Schweinefleisch-Spezialitäten und Pasta“, sagt ein Agraranalyst in Brüssel. Bisher litt der EU-Japan-Warenaustausch unter hohen Zolltarifen auf Käseeinfuhren (30–40 Prozent), auf Rindfleisch (38,5 Prozent), auf Weine (15 Prozent), Teigwaren (24 Prozent) sowie bis zu 30prozentigen Aufschlägen auf Schokolade und Pralinen.

So lobte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström am Vortag des Inkrafttretens von Jefta den erzielten Deal mit Japan: „Dieses Abkommen zeigt, dass internationaler Handel nicht nur von Zolltarifen und Quoten bestimmt wird, sondern auch Ausdruck eines gemeinsamen Wertesystems darstellt“. Das Jefta-Übereinkommen trage dem Abbau von Zolltarifen ebenso Rechnung wie dem gemeinsamen Anliegen das Regelwerk der Welthandelsorganisation (WTO) zu reformieren. Darüber hinaus seien erstmals in einem EU-Handelsabkommen auch die Pariser Klimaziele und hohe Standards von Arbeitnehmerrechten und Verbraucherschutzstandards einbezogen worden.

Auch das dem EU-Parlament gibt es Zustimmung: „Das Europaparlament setzt mit diesem Votum ein wichtiges Zeichen für eine regelbasierte Handelsordnung und Kooperation auf Augenhöhe. Mit zusammen knapp 30 Prozent der globalen Wertschöpfung und 40 Prozent des globalen Handels, setzen wir mit dem Abkommen internationale Standards“, sagte Bernd Lange, SPD-Europaabgeordneter und Handelsausschussvorsitzende im Europäischen Parlaments.

 

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