Food-Trends Garnelen im Netz

Die Zeit der Alternativen ist angebrochen: Der Verbraucher will keinen Müll, kein Fleisch und keine langen Lieferwege mehr.

Montag, 27. Juni 2022 - Social Media
Elena Kuss
Artikelbild Garnelen im Netz
Bildquelle: Getty Images

Der Blick in die Glaskugel? Social Media erweist sich als zuverlässiger Trendradar! Über die Hälfte der Menschen nutzen soziale Medien. Anfang 2022 waren es 4,62 Milliarden. Laut Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) verbringen die Deutschen dort durchschnittlich 89 Minuten pro Tag.

Dabei fällt auf: Die aufkommenden Food-Trends sind keine, die das Rad neu erfinden, sondern konsequente Fortführung der bestehenden Entwicklungen, findet Franziska Duerl, Head of Strategy bei der Werbeagentur Jung von Matt. Ein Beispiel: Während in der Vergangenheit Tüten, Strohhalme und Verpackungen durch nachhaltigere Alternativen ersetzt oder Abfall recycelt wurde, geht die Bewegung zu einem gänzlichen Verzicht. „Prozesse wie Cradle to Cradle oder die Shared Economy antizipieren Müll und Verschwendung, bevor sie entsteht“, so Duerl. Dieser Trend sei die Antwort auf die ungenügenden Resultate durch Recycling. Unverpackt-Konzepte waren noch vor ein paar Jahren eine teure Nische. Heute bieten einige Supermarktketten dem Konzept Platz auf der Fläche.

Die Pandemie, der Klimawandel und politische Unruhen haben die Nachteile von langen Lieferketten offenbart. Lindsay Joensson, Managing Director der Werbeagentur Noga, erklärt: „Der Krieg in der Ukraine beeinflusst kurz- bis mittelfristig die Güterverfügbarkeit und damit den Preis, doch das Nachhaltigkeitsthema ist auf der zeitlichen Achse das größere Anliegen der Verbraucher.“ Hier kommt der Trend der sogenannten Local Exotics ins Spiel. Exotische Lebensmittel werden nicht länger aus fernen Ländern importiert, sondern regional angebaut. Ganz nach dem Motto: Sehnsucht nach asiatischer Küche? Diese Garnelen kommen aus Bayern.

Der Trend zum „Real Omnivore“
Wenn man den Anstieg der Milch- und Fleischersatz-Produkte betrachtet, könnte man zu dem Schluss verleitet werden, dass die Anzahl an Veganern enorm zunimmt. Das ist so allerdings nicht ganz richtig, sagt Franziska Duerl. Experten gingen davon aus, dass der Trend zum real Omnivore gehen wird. Das ist eine Ernährungsform, die sowohl pflanzliche Ersatzprodukte einschließt, aber auch einen Anteil an Bio-Fleisch, Wild oder auch Innereien hat. Verstärkt wird dieser Trend durch die breite Verfügbarkeit: „Gerade durch die Discounter bekommen inzwischen auch einkommensschwächere Haushalte vermehrt die Chance, nachhaltige Produkte zu kaufen“, findet Joensson.

Die real Omnivores sind vor allem weiblich, gehören der Generation Y und Z an und verändern ihre Einstellungen zu Lebensmitteln wie Algen, Insekten oder Schnecken, die erhebliche Klimavorteile mit sich bringen. Diese Haltung öffnet laut Duerl die Tür für technische Innovationen wie das In-vitro-Fleisch.

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