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Gerolsteiner „Wir sind die Vorreiter“

Tobias Dünnebacke | 06. Februar 2020
Gerolsteiner: „Wir sind die Vorreiter“
Bildquelle: Gerolsteiner

Kaum fünf Monate im Amt, drückt der neue Gerolsteiner-Chef Roel Annega gehörig auf die Tube. Neben den fast schon erwartbaren Impulsen bei Neuheiten und Gebinden, erklärt sich der ehemalige Vio-Manager solidarisch mit der Generation Greta Thunberg.

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Roel Annega, seit vergangenem Jahr als Nachfolger von Robert Mähler an der Spitze des Eifeler Brunnens Gerolsteiner tätig, will zu Beginn des Jahres die Vorreiterrolle des Marktführers zementieren und erklärt ambitionierte Nachhaltigkeitsziele: „Ab 2020 werden wir einen klimaneutralen Geschäftsbetrieb haben“, so der ehemalige Vio-Manager. „Nachhaltigkeit war schon immer Teil unserer DNA“, sagt Annega und verweist beispielsweise auf den ersten Umweltpreis im Jahr 1992 oder den Gerolsteiner „Zukunftswald“, der seit 2013 in Kooperation mit dem Land Rheinland-Pfalz mit rund 30.000 Setzlingen angereichert wurde.

Jetzt steht also, ganz im Zeichen der Zeit, die Klimaneutralität an. Auch diese soll mit Aufforstung erreicht werden, allerdings steht laut Annega noch kein Partner fest. Bekannte Namen sind beispielsweise der Verein „Prima Klima“ oder das Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung der Uni Witten/Herdecke.

Darüber hinaus will das Unternehmen die direkten und indirekten Emissionen bis 2030 um 59 Prozent im Vergleich zu 2016 senken. Laut Thomas Hens, Leiter Technische Entwicklung und Ressourcen, könne das Unternehmen diese eigenen Emissionen durch Investitionen in neue Technologien bei der Heiztechnik oder durch die Anschaffung elektrischer Gabelstapler selbst beeinflussen. Bei den „sonstigen indirekten Emissionen“ müsse man vor allem Einfluss auf die Lieferanten nehmen, die den Brunnen beispielsweise mit Flaschen oder Deckeln versorgen. „Wir wollen unseren Lieferanten klar machen, dass sie mitmachen müssen. Sonst wird eine Partnerschaft langfristig schwierig“, sagt Annega. Wie viel Geld Gerolsteiner beziehungsweise die Inhaber des Brunnens, in die Hand nehmen wollen, wollte der neue Chef indes noch nicht verraten. Größere Reibereien sollte es mit dem Mutterkonzern des Brunnens, der Bitburger Holding, nicht geben: Die Brauer bei Bitburger haben selbst umfangreiche Maßnahmen angekündigt (Lebensmittel Praxis, 20/2019).

RPET hat seine Grenzen
Auch der Marktführer kann sich natürlich dem Thema RPet nicht verschließen, allerdings gebe es hier laut Hens deutliche Grenzen: „Wir wollen bis Ende diesen Jahres einen Anteil von 75 Prozent recyceltem PET in unseren Plastik-Flaschen erreichen. Alles darüber ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht nachhaltig, denn wir haben diese Mengen in Europa gar nicht und müssten altes PET importieren“, sagt der Experte auch mit Blick auf den einen oder anderen Wettbewerber, der mit Gebinden wirbt, die zu 100 Prozent aus bereits verwendetem PET bestehen. Bei Thema RPet spielt auch die Qualität für Gerolsteiner eine entscheidende Rolle. So müsse man in den meisten Fällen Farbe hinzufügen, um das gewünschte Resultat zu erzielen, was aber wiederum dem Gedanken eines funktionierenden Kreislaufs zuwider läuft.

Trotz Herausforderungen vorsichtig optimistisch
Was den Markt für Getränke und Mineralwasser angeht, so zeigt sich Gerolsteiner gewohnt optimistisch. Die Konjunkturerwartung der Deutschen ist laut Marcus Macioszek, Leiter Marketing, schlechter als vor einem Jahr. Auch verliere sowohl der AfG- als auch der Wasser-Markt deutlich an Volumen (ein zu erwartender Effekt nach dem starken Sommer 2018 mit Fußball-Großereignis), trotzdem gibt es nach wie vor positive Entwicklungen. So sei beispielsweise das von Markenartiklern gefürchtete Preiseinstiegssegment über alle Vertriebskanäle unter Druck. „Premiummarken“ (definiert schon ab einem Literpreis von 0,29 Cent) hingegen erreichen einen Umsatzanteil von knapp 60 Prozent. Bei den Gebinden sei ein deutlicher Trend zu Glas-Mehrweg erkennbar. „Noch vor ein paar Jahren war Glas im freien Fall. 2012 gab es dann ein positives Momentum, und heute kann man die Entwicklung nur noch als außergewöhnlich beschreiben“, so Macioszek. Gerolsteiner hat dem Markt selbst entsprechende Impulse gegeben, zuletzt durch die Einführung der individuellen 0,75-Liter-Glas-Mehrwegflasche für Gerolsteiner Naturell. Die derzeitige große Dynamik, von der auch Wettbewerber berichten, lässt sich aber wohl nur auf die derzeit hitzige Debatte zu den Themen Klima und Plastikverbrauch erklären. Macioszek konstatiert: „Der Markt ist in Bewegung. Es gibt ein steigendes Qualitäts- und Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher, neue Player und der Wunsch nach Innovationen.“

Neue Gebinde und Getränke sollen für Aufmerksamkeit sorgen
Damit die Nummer Eins im Mineralwassersegment eben diesen Anschluss an die Käufer nicht verliert, wird es auch 2020 eine Reihe von Neuheiten geben. Angesichts der Fülle können hier nur die wichtigsten angesprochen werden, nämlich die Erweiterung des neuen Glas-Individualgebindes auf die Sorten Medium und Sprudel sowie ein zuckerreduziertes Limonadenangebot. Hinzu kommen zahlreiche limitierte Varianten wie die Sommer Limo in den Sorten Gurke-Zitrone, Citrus-Minze sowie Mango-Passionsfrucht. Ebenfalls neu: die Gerolsteiner Apfelschorle ab September.

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