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Nachhaltige Verpackungen Reine Typenfrage

Silke Wartenberg | 02. Oktober 2019
Nachhaltige Verpackungen: Reine Typenfrage
Bildquelle: Getty Images

Jeder Jeck ist anders - heißt es im Rheinland. Und dies zeigt sich einmal mehr in einer aktuellen Studie, die unter anderem verschiedene Verbrauchertypen in Sachen Nachhaltigkeit unter die Lupe genommen hat.

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Kunden wünschen sich mehr Aktivitäten und Angebote von Industrie und Handel, was nachhaltige Produkte und umweltfreundlichere Verpackungen angeht. Insbesondere bei Verpackungen aus Kunststoff ist die Ablehnung und die Nachfrage nach nachhaltigen Verpackungskonzepten im Jahr 2018 auf bisherige Höchstwerte gestiegen, berichtet die Marktforschungsberatung mafowerk in Fürth in ihrer jüngsten Trendstudie „Shopper Insights Verpackungen 2019“. Die Ergebnisse einer Online-Befragung von insgesamt 2000 Konsumenten zeigte, dass bei einer ökologischen Betrachtungsweise eines Produktes für 45 Prozent der Befragten sehr wichtig ist, dass ein Produkt keinen unnötigen Verpackungsmüll verursacht. Die Verpackung ist also ein wesentlicher Träger des ökologischen Images eines Lebensmittelproduktes. Glas halten die meisten für die umweltfreundlichste Verpackungsart, allerdings nur mit geringem Abstand vor einer Kartonverpackung. Aluminium und normale Plastikverpackungen werden mit deutlichen Abstand am schlechtesten bewertet. 42 Prozent der Konsumenten ist es wichtig, dass bei der Produktion eines Lebensmittels verantwortungsvoll mit den Ressourcen Wasser, Energie und Rohstoffe umgegangen wird.
Wenn es darum geht, den Plastikmüll zu reduzieren beziehungsweise zu kontrollieren, sieht fast jeder Zweite die Hauptverantwortung bei den Herstellern. Man nimmt sich selbst jedoch dabei nicht aus: das eigenverantwortliche Bewusstsein ist für jeden vierten Befragten hauptsächlich verantwortlich für dieses Thema. Die Händler sehen dagegen nur knapp zehn Prozent der Befragten bei Reduktion und Kontrolle von Plastikmüll in der Pflicht.

Nachhaltigkeitsengagement nimmt zu
Nicht jedem Verbraucher liegt das Thema Nachhaltigkeit gleichermaßen am Herzen. Die Marktforscher hatten bereits in einer Untersuchung im Jahr 2012 vier Verbrauchertypen ausgemacht und deren Entwicklung nun beobachtet. Nach den Ergebnissen der Studie ist die Gruppe der so genannten Nachhaltigkeitsaktivisten in den letzten sieben Jahren deutlich angestiegen. Fast jeder dritte Deutsche ist inzwischen ökologisch stark engagiert. Konsumenten dieser Gruppe sind sozial und ökologisch stark engagiert und richten ihre Einkäufe danach aus. Sie informieren sich bewusst über fast alle Produkte in Bezug auf Nachhaltigkeit, verzichten auf Bequemlichkeit, wenn es zu Lasten der Umwelt geht. Sie sind bereit, mehr zu bezahlen, wenn sie von der sozialen und ökologischen Relevanz überzeugt sind und wählen bewusst Einkaufsstätten mit nachhaltigem Charakter.
Typische Statements dieser Kerngruppe der Nachhaltigkeit sind:

  • „Nur nachhaltig produzierende Unternehmen haben eine Berechtigung und sonst kaufe ich nicht“.
  • „Ich bevorzuge beim Einkauf Produkte, die möglichst wenig Verpackungsmüll verursachen“.

Im Vergleich zu 2012 von 58 auf 53 Prozent gesunken ist die Anzahl der „Interessierten“. Diese Gruppe umfasst sozial und ökologisch interessierte und teilweise engagierte Verbraucher, die ihre Einkäufe manchmal danach ausrichten. Sie informieren sich über Produkte, die ihnen in Bezug auf Nachhaltigkeit relevant erscheinen, sind bei einigen Produkten bereit, einen höheren Preis zu zahlen, wenn es ihnen sinnvoll erscheint. Sie zeigen zunehmend Verhaltensweisen in Richtung Nachhaltigkeit. Eine typische Äußerung dieser Gruppe ist: „Nachhaltigkeit ist wichtig, und ich richte mein Leben immer mehr danach aus.“
Die Anzahl der „Indifferenten“, die wenig sozial und ökologisch interessiert und nicht engagiert sind, ist von 27 auf 14 Prozent zurückgegangen. Verbraucher dieses Typs setzen gerade einmal die Basics in Bezug auf Ökologie, wie zum Beispiel die Mülltrennung, um. Sie sind nicht bereit, mehr Geld für nachhaltig produzierte Produkte zu bezahlen. Sie sagen: „Ich weiß nicht genau, was nachhaltig ist, aber es scheint wichtig zu sein. Aber es darf mich nicht mehr kosten“.
Verschwindend klein mit drei Prozent der Konsumenten ist inzwischen die Anzahl der „Nachhaltigkeitsverweigerer“, Menschen für die Nachhaltigkeit ein Randthema darstellt und die weder sozial noch ökologisch interessiert sind. Diese Konsumenten richten ihre Einkäufe stark nach Preis aus und verzichten nicht auf Konsum. Bequemlichkeit ist für sie wichtiger als die Umwelt. „Für mich ist Nachhaltigkeit eher ein Randthema. Es gibt wichtigeres im Leben“, lautet ihr Credo.
Die Studienergebnisse zeigen einmal mehr, dass Nachhaltigkeit das aktuelle Leitbild der Gesellschaft ist und dementsprechend auch das Leitthema im Lebensmittelmarketing sein muss.

Nachhaltigkeits-Typen

Die Nachhaltigkeitsaktivisten - 30 Prozent

Die Interessierten - 53 Prozent

Die Indifferenten - 14 Prozent

Die Nachhaltigkeitsverweigerer - 3 Prozent