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Krisenmanagement Corona kann man üben

Lebensmittel Praxis | 15. Mai 2020
Krisenmanagement: Corona kann man üben
Bildquelle: AFC Consulting Group AG

Die Krise ist da, niemand hat sie kommen sehen. Zumindest nicht in dieser Dimension. Vielleicht ist das bei Corona so, aber man hätte sich besser darauf vorbereiten können, sagen die Krisenberater Otto Strecker (r.) und Michael Lendle (l.).

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Eine Krise verlangt nach einem guten Krisenmanagement. Wie sehen Sie die Betriebe der Lebensmittelbranche gerade jetzt aufgestellt?

Strecker: Nahezu alle Lebensmittelhersteller haben ein Krisenmanagement in Bezug auf die eigene Verarbeitung und die eigenen Produkte – weniger in Bezug auf die Supply Chain und auf den Schutz ihrer Marken. Optimierungspotenziale bestehen häufig bei „eingekauften“ Risiken, wie beim Bezug schadhafter Rohware durch Lieferanten oder im Fall einer öffentlichen Skandalisierung durch NGOs oder Medien, die sich durchaus auf eine Situation bei Vor-Vorlieferanten beziehen kann. Der Handel ist in Bezug auf diese externen Risiken seiner Rolle entsprechend etwas besser aufgestellt als die Industrie.

Lendle: Auf solche Ausnahmesituationen wie eine Reputationskrise sind viele Unternehmen nur sehr bedingt vorbereitet. Dies liegt zum einen in der fehlenden Erfahrung mit eigenen Vorfällen zum anderen an dem wenig verbreiteten Wissen über angemessenen Umgang mit krisenhaften Ereignissen.

Oft reichen das vorhandene Wissen und die notwendigen personellen Ressourcen nicht aus, um eine Krise wie Corona zu bewältigen. Es ist ja eine besondere Situation. Wo können sich Unternehmer und Manager Hilfe holen?

Lendle: Gut aufgestellt werden Unternehmen durch zwei Maßnahmen: erstens durch ein eigenes Issue Monitoring potenziell krisenhafter Ereignisse für Unternehmen, Marke sowie Produkt und zweitens durch ein eingeübtes Ad-hoc-Krisenmanagement für Notfälle, das regelmäßig aktualisiert und geprobt wird. Sonst ist es ein Papiertiger.

Strecker: Genau. Die Komplexität eines Krisenereignisses wie Corona verlangt einen multidisziplinären Ansatz, um im Notfallmanagement vor allem umfassenden Gesundheits- und Arbeitsschutz wie auch betriebliche Kontinuität und drohenden Umsatzverlusten gleichzeitig adressieren zu können. Der Aufbau eines komplexen Notfallmanagements, das seinen Namen verdient, ist heutzutage ohne das Hinzuziehen externer Experten kaum möglich. Hilfestellung gibt es natürlich bei uns oder auch in Seminaren, die die Bundesvereinigung der Ernährungsindustrie zum Thema Krisenmanagement anbietet.

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