Social Media Die Unerreichbaren

Händler sind immer daran interessiert, neue Kunden für den eigenen Markt zu begeistern. Wer beispielsweise Gamer für sich gewinnen will, sollte es auf der Plattform Twitch versuchen.

Dienstag, 18. Mai 2021 - Social Media
Elena Kuss
Artikelbild Die Unerreichbaren
Bildquelle: Jamie Swain

Die vor Kurzem gestartete Kampagne zu Aldi Gaming stellt den Discounter als Anbieter rund um den Gaming-Bedarf dar. Neben Pausen-Snacks und Computerbedarf ist der eigene Twitch-Kanal elementarer Baustein des Engagements. Twitch ist die wichtigste Social-Media-Plattform für Gamer. Und auch andere Händler sind in den Gamingbereich eingestiegen. Rewe ist seit 2020 als Partner des E-Sport-Engagements beim FC Köln dabei. Lidl ist Sponsor bei dem deutschen Top-E-Sports-Team SK Gaming. Kaufland beobachtet laut eigener Aussage den Markt intensiv. Jamie Swain, Verkaufsleiter bei der Sportagentur B360, erklärt, warum es sich auch für die selbstständigen Händler lohnt, einzusteigen.

Wer gamt überhaupt?
Jamie Swain: Das Interesse für Videospiele geht schon sehr früh los. Die Kerngruppe ist aber zwischen 14 und 29 Jahren alt. Natürlich gibt es Ausschläge in beide Richtungen.

Warum ist diese Zielgruppe so interessant?
Man nennt diese Zielgruppe auch „die Unerreichbaren“. Also die Leute, die als Kinder sehr viel zu Hause waren, viel zocken und sich online gerne mit Freunden treffen und nur ab und zu Party machen. Interessant ist die Zielgruppe aber vor allem, weil sie viele Kaufentscheidungen zum ersten Mal trifft. Das erste Auto, die erste Wohnung, die erste Bank, die ersten Versicherungen oder zum ersten Mal die eigenen Lebensmittel: Diese Entscheidungen prägen das Kaufverhalten nachhaltig. Im E-Sport kann man die Spieler emotional erreichen. Die Fans sind sehr loyal! Die Zielgruppe ist überdurchschnittlich gebildet. Manchen ist das nicht ganz bewusst: Aber wir sprechen hier teilweise von wirklich sehr komplexen und strategischen Spielen.

Aldi hat einen großen Aufschlag gemacht. Ist da überhaupt noch Platz für andere Lebensmittel-Händler?
Aldi macht das gut. Der nachhaltige Ansatz sowie der volle Einsatz ist zu loben. Trotzdem gibt es viele Teams oder einzelne Akteure, die noch keinen Sponsor haben. Es ist wichtig, sich vor Augen zu halten, dass diese Zielgruppe unendlich viele Inhalte konsumiert. Wirklich: Die bekommen gar nicht genug!

Können auch selbstständige Händler sich engagieren?
Selbstverständlich! Es gibt unendlich viele Varianten des Engagements im Gamingbereich. Ich würde mir als Händler vielleicht zuerst anschauen, welche Teams oder Akteure in der Region aktiv sind. Vielleicht gibt es auch einen Spieler, der großen Erfolg hat und in der Stadt geboren ist, in der mein Markt steht. Und dann kann man die Teams oder Spieler am besten per Instagram-Direktnachricht erreichen. Einfach anschreiben, und sollte eine Zusammenarbeit zustande kommen, gemeinsam kreativ werden. E-Sportler und Content-Creatoren werden meist von Agenturen oder Managements vertreten wie beispielsweise die Agentur, für die ich tätig bin, B360 Sports. In unserer Agentur überlegen wir gemeinsam mit den potenziellen Partnern, wie die Kooperation, bezogen auf die Produkte und die Marketingziele, bestmöglich funktionieren kann.

Kann man kleine Tests fahren, ob man gut bei den Fans ankommt?
Das ist schwierig. Es ist nicht so, dass die E-Sport-Influencer beispielsweise in der Pause ganz plump etwas essen und die Fans es dann nachmachen. Es funktioniert eher so, dass die Akteure ihren Fans von dem Mehrwert des Produkts für sich erzählen oder dass ein Turnier nur zustande gekommen ist durch die finanzielle Unterstützung des Partners. Wenn man wirklichen Mehrwert schafft, wird man von den Fans mit offenen Armen empfangen! Manchmal sogar richtig gefeiert. Sponsoring ist im Bereich Gaming eine emotionale Sache, was mehr als Chance gesehen werden muss statt als Hindernis.

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