Halbjahresergebnis Friesland Campina unter Druck

Das Halbjahresergebnis der Molkereigenossenschaft sank um 42,6 Prozent auf 62 Millionen Euro, überwiegend infolge einer Rücklage in Höhe von 57 Millionen Euro für ein Gerichtsurteil in Thailand und enttäuschender Ergebnisse bei Kindernahrung aufgrund von anhaltenden schwierigen Marktbedingungen in Asien.

Donnerstag, 22. Juli 2021 - Nachrichten
Lebensmittel Praxis
Artikelbild Friesland Campina unter Druck
Bildquelle: FrieslandCampina

Selbst ohne die Rücklagen für das Gerichtsurteil in Thailand und Wechselkursauswirkungen sank das Betriebsergebnis um 8,6 auf 202 Millionen Euro. Der Umsatz war dagegen nur leicht rückläufig (-1,8 Prozent) auf 5,5 Milliarden Euro. Nach Korrektur von Wechselkursauswirkungen verbuchte die Molkerei sogar einen leichten Umsatzanstieg um 0,8 Prozent, weil sich die Verbraucher‑ und Außer-Haus-Bereiche langsam erholen. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit verringerte sich auf 46 Millionen Euro, überwiegend durch die schlechten Ergebnisse und einen 2005 zugesagten einmaligen Beitrag von 88 Millionen Euro zu einem Altersversorgungsplan.

Am 31. Mai 2021 hat ein thailändisches Gericht nach einem Prozess zwischen Friesland Campina Thailand und einem seiner Geschäftskunden geschlussfolgert, Friesland Campina habe dem Kunden im Zeitraum 2009 bis 2019 zu hohe Kosten in Rechnung gestellt. Diesem Urteil zufolge müsste Friesland Campina den Kunden für einen Gesamtbetrag in Höhe von 2,2 Milliarden Thai Baht (57 Millionen Euro) entschädigen. Friesland Campina werde Berufung einlegen, hieß es vom Unternehmen seinerzeit.

Hein Schumacher, CEO der Royal Friesland Campina N.V., sagte: „Gute Ergebnisse der Business Groups Food & Beverage und Trading und erzielte Kosteneinsparungen konnten die starken Rückschläge bei Kindernahrung nicht ausgleichen. Die Marktbedingungen in dieser für FrieslandCampina wichtigen Kategorie sind weiterhin schwierig. Dies hatte große Auswirkungen auf die Ergebnisse der Business Groups Specialised Nutrition und Ingredients“.

Dadurch dass die Corona-Maßnahmen auf vielen europäischen Märkten gelockert werden, erholen sich die Außer-Haus-Aktivitäten und die weltweite Nachfrage nach Milchprodukten nehme stark zu, wodurch auch die Preise für Basismolkereiprodukte steigen. „Das ist gut für unser Trading-Unternehmen und den Milchpreis für unsere Mitglieder. Die Corona-Pandemie ist jedoch noch nicht vorbei und daher auch noch nicht die damit zusammenhängende Unsicherheit, schon gar nicht in Ländern mit noch relativ niedriger Impfquote. So sehen wir, dass in den letzten Wochen in diversen Ländern die Infektionszahlen wieder schnell steigen, es ist also weiterhin Vorsicht geboten“, erklärt Schumacher weiter. Für die zweite Jahreshälfte sei man einerseits vorsichtig optimistisch, andererseits werde eine Erholung des asiatischen Kindernahrungsmarkts nicht erwartet.

Die beschleunigte Transformation des Unternehmens und die damit verknüpften niedrigeren Kosten, durch die ab 2022 jährlich mindestens 100 Millionen Euro eingespart werden sollen, verlaufen planmäßig, teilt Friesland Campina mit.

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