Ausbilder des Jahres 2012:Den Nachwuchs fördern, fordern, formen

Bildquelle: Fotolia; Illustration: Belz

Ausbilder des Jahres 2012 Den Nachwuchs fördern, fordern, formen

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Ausbildung – das Parade-Beispiel für Nachhaltigkeit. Gesunder Menschenverstand ersetzt die Marketing-Floskeln.

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Was Ausbildung mit Nachhaltigkeit zu tun hat? Ganz einfach: Wer gut ausbildet, sichert seine eigene Zukunft und die seiner Auszubildenden. Allerdings wird er oder sie dabei nicht unbedingt an den häufig strapazierten Begriff der „Nachhaltigkeit“ denken, geschweige denn an den englischen Zungenbrecher „Sustainability“, auf den in höheren Kreisen zurückgegriffen wird.

Für den rührigen Kaufmann, die verantwortungsbewusste Marktleiterin braucht man keine Definitionen aus dem Marketing-Lehrbuch, um zu belegen, wie wichtig eine fundierte Ausbildung ist. Mit etwas gesundem Menschenverstand allein bringt man die oft zitierten Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales auch ohne das theoretische „Drei-Säulen-Modell“ zusammen.

Es geht bekanntlich darumKeinen Raubbau mit der Natur zu betreiben. Das heißt im Markt: Die Mitarbeiter, darunter auch die Azubis, kann man zwar fordern. Aber nur so, dass sie auch am Tag darauf noch geradeaus schauen können und sich nicht übermorgen krank melden. Außerdem achtet jeder kluge Rechner darauf, keine Ressourcen zu verschwenden, schließlich sind Strom, Gas und Wasser teuer genug.

Ökonomisch nachhaltig arbeiten bedeutet unter anderem, mit Augenmaß einzustellen: Lehrlinge fördern und fordern, zu Führungskräften formen, damit in ein paar Jahren die Schlüsselstellen im Markt aus den eigenen Reihen besetzt werden können. Wer hingegen den Nachwuchs als billige Arbeitskraft sieht, muss sich nicht wundern, wenn dieser nach bestandener Prüfung zur Konkurrenz abwandert.

Soziale Nachhaltigkeit beugt Spannungen und Konflikten in der Gesellschaft vor. Hier übernimmt der Lebensmittelhandel eine Vorbild-Funktion: Denn viele Einzelhändler geben jungen Menschen eine Chance, die in der Schule keine Höchstleistungen erbracht haben oder aufgrund von Einschränkungen (Lernschwäche, zerrüttetes Elternhaus etc.) den Anforderungen der Arbeitswelt nicht genügen. Es ist erfreulich, wie oft die Eingliederung gelingt – Ausbilder sind oft die besseren Sozialarbeiter.