Interview mit Familie Aupperle Eine reine Familien-Angelegenheit

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Bei den Aupperles sind die Weichen für die betriebliche Nachfolge frühzeitig gestellt. Der Rewe-Kaufmann und seine Kinder zu Eckpunkten und Perspektiven.

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Fritz Aupperle ist selbstständiger Rewe-Kaufmann mit fünf Standorten in Fellbach und Umgebung. Ein gestandener Selfmade-Man, sagt man heute und mit 57 im „besten“ Kaufmannsalter. Aber er plant schon den geordneten Rückzug. Zwei seiner Kinder, Verena und Sebastian, sind heute im operativen Geschäft aktiv, um in dritter Generation das Familienunternehmen weiterzuführen. Zudem sind sein Schwiegersohn und die Tochter Stephanie mit verschiedenen Aufgaben betraut.

Wie haben Sie den Übergang geplant, welche Eckpunkte wurden gesetzt?
Fritz Aupperle: Für mich war es von vorneherein klar, den Generationswechsel frühzeitig anzugehen, um einen sanften Übergang zu haben. Das bietet sich bei der Konstellation, die wir heute haben, an. So haben die Kinder die Chance, mit den Aufgaben zu wachsen. Und außerdem darf man den Zeitpunkt des richtigen Absprungs nicht verpassen. Es gibt genug Negativbeispiele, wo es nicht geklappt hat.

Wie war bei es denn bei Ihnen, als Sie das elterliche Geschäft übernahmen?
Fritz Aupperle: Damals war ich 19 Jahre alt, ich musste noch als volljährig anerkannt werden. Das Geschäft stand kurz vor der Pleite. Das war eine Notmaßnahme und kein strukturierter Übergang.

Aber sind Sie für den Notfall gerüstet?
Fritz Aupperle: Selbstverständlich haben wir hier in einer Art Notfallkoffer frühzeitig alles geregelt, sollte der Fall X eintreten. Das ist ganz wichtig mit Blick auf die Sicherung des Unternehmens. Sonst gibt es nur ein Durcheinander. Aber es gibt auch noch die Vorstufe. Die lässt keinen alleine.

Hatten die Kinder die Chance der freien Berufswahl?
Verena Aupperle: Ja, die hatten wir. Anfangs habe ich eher über einen Beruf im sozialen Umfeld nachgedacht, mich dann aber doch umentschieden. Ich habe ja auch schon als Kind im Geschäft geholfen.

Fritz Aupperle: Ja, das hat uns damals eine Anzeige wegen Verdacht auf Kinderarbeit eingebracht, aber das konnten wir schließlich klarstellen.....

Verena Aupperle: ....und es hat ja Spaß gemacht. Letztlich wusste ich bei meiner Entscheidung für das elterliche Geschäft, was mich erwartet. Ich bin mehr der Praktiker. So habe ich 2007 mit der klassischen kaufmännischen Ausbildung begonnen, auch bei anderen Händlern, und 2010 hier die Führung des gesamten Bedienungsbereichs übernommen.

Bildquelle: Mugrauer