Dänemark Ambitionierte Bio-Weltmeister

Dänemark nimmt international bereits eine Vorreiterrolle bei der Vermarktung von Bio-Lebensmitteln ein. Der LEH will seine Bio-Anteile weiter erhöhen. Ein Besuch in dänischen Supermärkten.

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Seit 25 Jahren steht das rote, durchgestrichene Ø, oder vielmehr das dänische Ö, im nordischen Nachbarstaat für Öko-Lebensmittel, ist als Gütesiegel für staatlich kontrollierte Bio-Qualität in den Köpfen der Verbraucher verankert. Mit einem Anteil von 7,6 Prozent (5,8 Mrd. DKK, etwa 780 Mio. Euro) an den Gesamtausgaben für Lebensmittel steht Dänemark heute in der Vermarktung von Bio-Produkten weltweit an der Spitze. Bereits ein Drittel der Milch, die im dänischen LEH verkauft wird, trägt das Ø-Label, bei Eiern sind es gut 20 Prozent. Heimische Supermarktketten wie Kvickly, Super-Brugsen (beides Coop Dänemark) und der norwegische Discounter Rema 1000 treiben die Entwicklung voran.

Der Ausbau der Sortimente, insbesondere bei Bio-Fleisch und warengruppenübergreifend unter der Eigenmarke Änglamark sollen in den Vertriebsschienen der Coop Dänemark den Bio-Anteil am Gesamtumsatz von aktuell im Schnitt 10 Prozent in den nächsten Jahren weiter erhöhen. In Bezug auf die Präsentation der Bio-Sortimente lässt der Konzern seinen Märkten weitestgehend freie Hand und setzt auf standortindividuelle Platzierungskonzepte. Bei Kvickly in Århus Åbyhøj hat Marktleiter Kaj Aakjær vor einigen Monaten die Öko-Abteilung aufgelöst und präsentiert Bio nun zugeordnet, jedoch stets in „Premiumlagen“: Regalplätze in Griffhöhe sowie die Gondelköpfe sind im Markt für die grünen Artikel reserviert. Seinen Bio-Anteil von 10 Prozent hofft der Marktleiter durch die neue Strategie steigern zu können. Entscheidend sei auch die Eigenmarken-Strategie der Coop: „Unter Änglamark bieten wir Bio-Qualität auf dem Preisniveau konventioneller Markenartikel.“ So falle die Entscheidung für Bio leicht.

Was noch möglich ist, zeigt Coop mit Super-Brugsen in der Jægergårdsgade in Århus. Rund 30 Prozent steuert Bio hier zum Umsatz bei. Ein breites wie tiefes Sortiment mit rund 1.500 Bio-Artikeln zur Auswahl, darunter neben regionalen auch deutsche und internationale Marken und – in deutschen Supermärkten noch undenkbar aufgrund der Verwechslungsgefahr – lose Bio-Avocados, -Maiskolben und -Chilischoten. Durch die Doppelplatzierung – in der Bio-Abteilung zu Beginn des Kundenlaufs sowie zugeordnet – wird der Kunde in beinahe jeder Produktgruppe vor die Wahl gestellt „bio oder konventionell“. Die Präsentation auf Sichthöhe sowie Gondelköpfen ist auch hier für Bio gesetzt, das rote Ø-Label prangt an Regaletiketten, auf Deckenhängern und Produkten. Interne Wettbewerbe unter den Super-Brugsen-Märkten pushen das Bio-Engagement zusätzlich.