Tierbedarf:Kundenbindungs-Segment Tierbedarf

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Tierbedarf Kundenbindungs-Segment Tierbedarf

Die emotionale Warengruppe Tiernahrung und -bedarf hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen – jedoch zeigt sich insbesondere im Segment Zubehör noch viel Luft.

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Die Liebe zum Tier ist in Deutschland seit Jahren ungebrochen, die Heimtierpopulation mit rund 31 Mio. Tieren auf unverändert hohem Niveau. In etwa einem Drittel aller deutschen Haushalte leben aktuell ein oder mehrere Tiere (Quelle: Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands). Eine große Zielgruppe, die auch für den Lebensmittel-Einzelhandel von großem Interesse ist. Denn Herrchen und Frauchen umsorgen, verwöhnen und pflegen diese Millionen von Katzen, Hunden, Kleintieren und Vögeln tagtäglich. Hersteller von Heimtiernahrung und -bedarf betonen stets die hohe Emotionalität der Warengruppe, vergleichbar mit Baby-Nahrung.

In Zahlen ausgedrückt, schlägt sich die Tierliebe der Bundesbürger in einem Marktvolumen von rund 3,7 Mrd. Euro nieder (Industrieverand Heimtierbedarf, IVH, 2011) – vor zehn Jahren waren es noch 2,7 Mrd. Euro. Der Löwenanteil, 2,86 Mrd. Euro, wurde 2011 mit Heimtier-Fertignahrung erzielt. Für dieses Segment ist der LEH einschließlich Drogeriemärkte und Discounter Hauptabsatzweg. Hier wurden mit einem Anteil von 66 Prozent 1,9 Mrd. Euro umgesetzt. Diese Zahl relativiert sich jedoch mit Blick auf die Vergangenheit: 2001 waren es noch 75 Prozent. Seitdem ist die Bedeutung der Fachhandelsketten wie Fressnapf und Co. stetig gestiegen.

Dass der Lebensmittel-Einzelhandel der Warengruppe Bedeutung beimisst, kann man daran sehen, dass mittlerweile rund 39 Prozent der Umsätze mit Futter, Streu und Katzensand mit Handelsmarken von Preiseinstieg bis High Premium erzielt werden. Dennoch wird der Heimtiermarkt auch im aktuellen Jahr getrieben vom Fachhandel. Insgesamt wuchs der Markt nach Informationen der Marktforscher von SymphonyIRI in den ersten acht Monaten 2012 um rund 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, während der LEH um lediglich 1,8 Prozent zulegte. Potenzial besteht noch an diversen Stellen. „Händler bieten oft kein nachfragegerechtes Sortiment“, beobachtet Dieter Meyer, Leiter Werbung & Öffentlichkeitsarbeit bei Vitakraft. Wichtig seien z. B. Snacks und Innovationen. Darüber hinaus seien aktuell zwei Trends besonders wichtig: das Thema Gesundheit und der Trend zur Humanisierung. „Heute ist es selbstverständlich, dass wir den Geburtstag der Haustiere ebenso feiern wie unseren. Dazu gehören auch Geschenke“, so Meyer. Diese Emotionalisierung werde im Lebensmittelhandel noch zu wenig umgesetzt. Themen- und Beratungstage z. B. zur Ernährung der Vierbeiner eignen sich, um über die emotionale Warengruppe langfristig Kundenbindungen und damit insgesamt höhere Umsätze zu erzielen, so der Rat der Industrie.

Luft ist vor allem im Bereich Heimtier-Bedarfsartikel. Dabei geht es sowohl um Spielzeug für Katze, Hund, Nager oder Vogel, als auch um Hunde-Körbchen, Leinen, Käfig-Ausstattung etc. Gerade einmal 19 Prozent der Umsätze, die mit Heimtier-Bedarfsartikeln erlöst werden, gehen in die Kassen des LEH. Hier überlassen die Handelsunternehmen dem Fachhandel ein großes Stück des Umsatzkuchens.