Teigwaren Marke als Kategorie-Klammer

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Die ganzheitliche Betrachtung sowie Platzierung von Teigwaren, Saucen und Pesti versprechen neue Kaufimpulse.

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Der deutsche Teigwarenmarkt ist groß, interessant und umkämpft. Der Einstieg neuer Anbieter in den vergangenen 12 Monaten befeuert das Ganze. Einer der Neuen ist Saclà. Die Marktforschung im Vorfeld habe ergeben, dass der Verbraucher den Verbund von Pastasauce und Pasta sehe, sagt Geschäftsführer der deutschen Tochter. Ziel sei, das Markenbewusstsein auf Konsumentenseite durch die Präsenz im verschiedenen Segmenten zu stärken und gleichzeitig die Italienkompetenz zu unterstreichen. Dabei wirkten die Komponenten Preis, Verpackung und Qualität. Preislich bewegt man sich „auf dem Regalpreisniveau der großen Anbieter“. Der liegt zwischen 1,29 und 1,79 Euro für die 500-g-Packung. Als Trends werden bei Saclà national kleine Nudelformen (für Kinder) ausgemacht, während international große Ausformungen gefragt sind. Ebenso sei der Einsatz von Bronzeformen bei der Herstellung ein wichtiges Kriterium.

Von einen anderen Status betrachtet Birkel den Markt. Insgesamt wurden allein im vergangenen Jahr rund 40 Mio. Packungen der Marke 3 Glocken und 50 Mio. unter Birkel verkauft. Birkel ist die bekannteste Nudelmarke aus Deutschland, 85 Prozent aller Verbraucher kennen und rund 9 Mio. Haushalte hierzulande kaufen sie. Gleichzeitig soll der Markt weiterentwickelt werden. Deshalb ist 2012 als das Jahr der Innovationen deklariert. Den Anfang machte im April die Range Pasta Klassiker aus reinem Hartweizen. Sie fußt u. a. auf der Erkenntnis, dass rund zwei Drittel aller Deutschen Eiernudeln und Hartweizen-Pasta parallel verwenden. Auf welches Produkt letztlich die Wahl falle, hänge meist vom Gericht ab. Eine Kaufbereitschaft von 89 Prozent ermittelte die Marktforschung im Vorfeld. Darüber hinaus wird auch im Teigwarenmarkt ein Ganzjahres-Trend zu Exklusivem registriert. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, werden im Dezember die neuen Nudelspezialitäten unter Birkel Edition in den Handel kommen. Die gewalzte W are gibt es zum Start in vier Varianten.

Alb-Gold wächst organisch, durch Zukäufe, profitiert von Streckengeschäft sowie kleinteiliger Kundenstruktur. Jüngster Zugang: die Marke Seitz. Mit drei verschiedenen Qualitäten (Bio, Frischei, schwäbische Nudelküche) bedient sie laut Marketingleiter Matthias Klump weitestgehend alle großen Segmente. Gute Strecken- und einige Lagerlistungen bestehen, die Distribution über Zentrallager soll ausgebaut werden. „Die einzelnen Marken werden im Vergleich zu den jeweiligen Segmenten in einem angemessenen Preis-Leistungsverhältnis positioniert“, erklärt Klumpp. Hinzu komme das glutenfreie Sortiment unter der Marke Seitz. Neben glutenfreien Teigwaren wird das Komplettsortiment mit glutenfreier Handelsware (Brote, Kuchenbackmischungen, Reiswaffeln etc.) ausgebaut.

Mit Riesa hat Albgold auch den ostdeutschen Marktführer (mehr als 30 Prozent Marktanteil) unterm Dach. Und mit Bechtle eine weitere schwäbisch verwurzelte Marke. Authentizität und Bio nennt Klumpp auch als wichtige Unterscheidungsmerkmale: „Nur: Bio und Regional dürfen keine leeren Worthülsen sein, sondern müssen authentisch gelebt werden. Bio ist nach wie vor ein sehr aussagekräftiges und für viele Verbraucher wichtiges Merkmal, wurde aber in den letzten Jahren durch den Einstieg ’der Großen’ sehr aufgeweicht.“

Schon länger im deutschen Markt, aber mit Schweizer Wurzeln, ist Pasta Gala, eine Division der Coop Schweiz und vormals vorrangig Handelsmarkenproduzent für eidgenössische Teigwaren im Retail- und Foodservicebereich. Inzwischen gehen die Eidgenossen u. a. mit differenzierenden Spezialitäten-Sortimenten (Bio-Urkörner; gewalzte Eiernudeln) auch das Markengeschäft unter Pasta Gala Swiss-Taste an. Im November wird die Urkörner-Range um drei Produkte auf der Getreidebasis von Emmer, Buchweizen bzw. Ouinoa erweitert, u. a. bestehen Listungen bei Kaufland. Über den Vertriebspartner Eterna Nahrungsmittel GmbH, Frankfurt, werden auch andere Handelskunden betreut.