Bildquelle: Carsten Hoppen

Presse-Grosso

Wettbewerbsfähig durch Fusionen

Die 66 deutschen Presse-Grossisten setzten im ersten Halbjahr 2012 mit Zeitungen und Zeitschriften im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2,2 Prozent weniger um (1,23 Mrd. Euro). Um den Herausforderungen im veränderten Printmarkt zu begegnen, wollen zahlreiche Pressegrossisten kooperieren oder fusionieren.

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Das ergab eine Umfrage des Bundesverbands Presse-Grosso unter seinen 51 Mitgliedsunternehmen. Demnach hat rund ein halbes Dutzend Unternehmen konkrete Pläne, in den nächsten fünf bis sechs Jahren zu fusionieren, weitere Grossisten schließen ähnliche Pläne nicht aus. „Das deutsche Presse-Grosso geht alles andere als fatalistisch in die Zukunft. Unsere Branche agiert zukunftsoffen und entschlussfähig", bilanziert Frank Nolte, Vorsitzender des Grosso-Verbandes. Von hoher Qualität und Effizienz des Vertriebs profitierten Verbraucher ebenso wie Marktpartner.

Die Entwicklung des Kerngeschäfts ist im ersten Halbjahr 2012 rückläufig. Der Gesamtumsatz sank laut der jüngsten Absatz- und Umsatzerhebung des Bundesverbandes Presse-Grosso in diesem Zeitraum auf 1,28 Mrd. Euro (minus 0,8 Prozent). Der erfolgreiche Verkauf von Sammelbildchen zur Fußball-Euromeisterschaft verhinderte einen stärkeren Rückgang. „Der Eindruck eines moderaten Umsatzrückgangs täuscht", betont Nolte. „Die Entwicklung unseres Kerngeschäfts ist nach wie vor besorgniserregend – die Talsohle scheint noch nicht erreicht zu sein."

Auch mit Blick auf die Absatzzahlen von Zeitungen und Zeitschriften setzt sich der Trend der Vorjahre fort: So sank der Presseabsatz in Exemplaren im ersten Halbjahr um 71,6 Mio. Exemplare auf insgesamt 1,173 Mrd. verkaufte Exemplare (minus 5,6 Prozent). Dass der Umsatz weniger stark als der Absatz einbrach, lag daran, dass viele Verlage die Preise für ihre Zeitungen und Zeitschriften erhöht haben.