Burger Impossible Foods:Ist das Fleisch?

Bildquelle: Impossible Foods

Burger Impossible Foods Ist das Fleisch?

Ein Fleisch-Imitat sorgt in Amerika für Furore. Forscher behaupten, im Labor ein Produkt bauen zu können, das Fleisch zum Verwechseln ähnlich ist.

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Es klingt verrückt: ein Burger mit perfektem Aussehen und Geschmack, der aber kein Fleisch enthält. Wer ihn probieren möchte, muss nach New York (oder demnächst an die Westküste der USA) reisen, um den „unmöglichen Burger“ zu probieren. Glaubt man der US-amerikanischen Presse, dann ist dem Unternehmen „Impossible Foods“ (übersetzt: unmögliche Lebensmittel) der große Wurf gelungen. Es stellt „Fleisch“ aus natürlichen Zutaten her, ohne dass Tiere als Lieferanten benötigt werden.

Das Unternehmen wurde erst 2011 gegründet, unter den Investoren sind bekannte Namen wie Google und Bill Gates. Ein Wissenschaftler mit Namen Patrick O. Brown ist das Gesicht von Impossible Foods. Er hat mit Kollegen aus verschiedenen Disziplinen fünf Jahre lang Lebensmittel untersucht, in Einzelteile zerlegt und erforscht, was das Wesen der Produkte bestimmt. Dabei habe man erkannt, welche molekularen Bestandteile dafür verantwortlich sind, dass Fleisch nach Fleisch schmeckt. Und noch mehr: Impossible Foods behauptet, eine „Hackfleisch“-Scheibe nachbauen zu können, die sich beim Braten so verhält wie Fleisch, beim Kauen so anfühlt und überdies vergleichbar schmecke. Damit noch nicht genug: Impossible Foods kann nach eigenen Angaben weitere Lebensmittel imitieren, etwa Rindfleisch, Schweinefleisch, Hähnchen, Fisch, Käse, Joghurt, Milch oder Sahne – und zwar allesamt aus pflanzlichen Zutaten.

Bei der Herstellung des unmöglichen Burgers kommt eine „magische Zutat“ ins Spiel, welche das Erzeugnis zu „Fleisch“ werden lässt: Häm. Dabei handelt es sich eine Verbindung, die ein Eisen-Ion trägt. Aus dem Biologie-Unterricht kennt man das Hämoglobin, das in den roten Blutkörperchen von Mensch und Tier Sauerstoff bindet und bei Bedarf abgibt.

Tierfrei

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Eine ähnliche Verbindung gibt es auch bei Pflanzen: Leghämoglobin, das in den Wurzelknöllchen von Hülsenfrüchten produziert wird, genauer gesagt, von dort anhaftenden Bakterien.

Wie auch immer, den Forschern ist es gelungen, entsprechende Bakterien so zu beeinflussen, dass sie das gewünschte Leghämoglobin (im Labor) in größeren Mengen herstellen. Auch wenn es weniger als 1 Prozent aller Zutaten ausmacht, ist es für chemische Reaktionen verantwortlich, die für den Fleischgeschmack sorgen, so die Meinung von Impossible Foods. Weitere Zutaten sind laut Unternehmen: Weizenproteine, Kokosnuss-Öl, Kartoffel- und Sojaproteine, wasserlösliche Ballaststoffe, natürliche Aromen, Vitamin B1 und zudem Wasser.

Patrick Brown und seine Mitstreiter sind überzeugt, dass sie „Fleisch für Fleisch-Liebhaber“ anbieten, keine vegetarischen Ersatzprodukte. Der unmögliche Burger stimuliere alle fünf Sinne, und zwar so, wie es bei einem Veggie-Burger niemals sein könne – er scheint sogar zu bluten, wenn man ihn anschneidet.