Round Table Nonfood Zum Einkaufserlebnis gehört auch die Backform

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Kunden erwarten, dass der LEH auch Haushaltshelfer anbietet. Welche Chancen ein gut geführtes Nonfood- Sortiment bietet, wird im LP-Gespräch deutlich.

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Wie sollte ein Lebensmittelhändler bei der Gestaltung seines Nonfood-Sortiments vorgehen?
Dr. Matthias Metz: Um Lebensmittel genießen zu können, braucht man spannende Nonfood-Artikel. Wie will man den Korken aus der Weinflasche ohne einen Korkenzieher bekommen oder den Kuchen ohne Backform backen? Weitere Beispiele sind Apfelteiler oder Bananen-Container. Nonfood im weiteren Sinn wie Fahrräder ist dagegen sicher verzichtbar. Eine gute Möglichkeit, die Nearfood-Produkte auf engem Raum zu präsentieren, sind attraktive Seitenbehänge. Eine andere ist eine sogenannte Kompetenzwand von 4 bis 5 m Länge, die man durch die Unterteilung in einzelne Welten übersichtlich hält. Durch das Kreieren solcher Welten kann man das Cross-Selling forcieren und auch Impulskäufe generieren.


Dirk Goerzen: Wir Lebensmittelhändler kümmern uns oft nicht so gern um Nonfood, obwohl es genauso weiterentwickelt werden muss wie alle anderen Sortimente. Außerdem gibt es bei vielen Produkten wie Zahnstochern, Knickstrohhalmen oder Schaschlikspießen traumhafte Spannen. Seitenbehänge halte ich für eine gute Lösung. Lange Schluchten mit Nonfood-Artikeln bringen dagegen nichts. Da findet sich der Kunde nicht zurecht, weil sie meist zu voll gepackt sind mit Ware. Was das Sortiment angeht, bevorzuge ich Artikel mit einer Lebensdauer von zwei bis drei Jahren, die dann neu gekauft werden müssen, um einen entsprechenden Umschlag zu erreichen. Alle Artikel, von denen ich weniger als einen Karton im Monat verkaufe, liste ich wieder aus.

Wolfgang Louzil: Das Basis-Sortiment muss vorhanden sein. Die Edeka Nordbayern hat in Nürnberg mal ein Vorzeige-E-Center ohne Nonfood, auch ohne Schreibwaren und Haushaltswaren, eröffnet. Das Konzept wurde schnell geändert und viele Seitenbehänge eingeführt. Zum einen, weil die Kunden unzufrieden waren, dass es z. B. keine Strohhalme zu kaufen gab, zum anderen, weil ohne Nonfood auch viele Umsätze verloren gegangen sind.

Wie sind Sie mit Ihrem Nonfood-Sortiment aufgestellt?
Louzil: Wir kennen uns aus mit Lebensmitteln, aber nicht mit Nonfood. In meinen kleineren Märkten gibt es keinen Nonfood-Spezialisten. Deshalb habe ich im vergangenen Sommer drei meiner sechs Märkte mit 900, 1.400 und 2.500 qm Fläche umgestellt. Dort gibt es jetzt u. a. zahlreiche Nonfood-Seitenbehänge, die Sortimente haben wir mit Pelikan, Fackelmann und Parsa festgelegt. Der Fackelmann-Außendienst pflegt das Sortiment und übernimmt die Bestellungen. Ich schaue mir regelmäßig die Renner- und Penner-Listen an. Ich habe als Händler also nicht das Sortiment im Blick, sondern die Zahlen. Ich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Seit wir mit Fackelmann kooperieren, haben wir im hohen zweistelligen Bereich an Umsatz zugelegt und im hohen einstelligen Bereich in der Spanne. Sicher kostet der Vollservice von Fackelmann Geld, aber für mich rechnet es sich. Ich habe dafür 0,5 Prozent geringere Personalkosten. Gut ist für mich auch, dass ich nicht an Fackelmann gebu nden bin, sondern auch andere Anbieter einlisten kann.

Goerzen: Derzeit habe ich 3 bis 4 m mit Ware von Wenko sowie einige Seitenbehänge. In meinem neuen Markt plane ich mindestens eine ebenso große Fläche für Artikel unserer Eigenmarke „Edeka zuhause“ sowie zahlreiche Seitenbehänge an Gondelköpfen.

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