Wagner Tiefkühlprodukte „Die Wachstumsgrenze ist noch nicht erreicht“

Seitenindex

Welche Entwicklung im TK-Pizza-Markt erwarten Sie für die nächsten Jahre? Immerhin hat Wagner ja gerade den Grundstein für ein neues TK-Produkte-Werk gelegt.
Wir gelten als Spezialist für Pizza mit einer sehr hohen Produktqualität. Aufgrund der guten Haushaltspenetration bei TK-Pizza ist eine solide Basis für die Zukunft geschaffen. So sehen wir durch die Erhöhung der Kaufhäufigkeit und Wiederkaufsrate gute Potenziale für die Zukunft.

Wagner ist unangefochtener Umsatz-Marktführer bei den TK-Mini-Pizzen. Handelsmarken haben das Geschäft allerdings ziemlich kaputt gemacht. Wie halten Sie dagegen?
Der Markt der Mini-Pizzen ist gegenüber dem Vorjahr rückläufig. Viele Eigenmarken wollten von diesem Markt partizipieren, in dem Wagner langjährig eine Alleinstellung hatte. Durch Konzentration und durch Innovationen wollen wir diesen Markt gemeinschaftlich mit dem Handel wieder vorantreiben, der von den Original Wagner Piccolinis mit einem Umsatzanteil von 65,5 Prozent dominiert wird.

Gibt der Handel Neuheiten in seinen TK-Truhen genug Zeit, sich zu entwickeln? Oder wird zu schnell ausgelistet?
Wir Hersteller sind gemeinsam mit dem Handel aufgefordert, die bestehenden Sortimente weiter zu optimieren. Category Management ist nur eine Antwort auf Ihre Frage, wie Neuheiten erfolgreich im Markt etabliert werden können.

Was kann noch getan werden für den Erfolg aller Beteiligten?
Sehr wichtig ist auch die sehr sorgfältige Planung von Neueinführungen, die das Basissortiment sinnvoll und erfolgreich ergänzen. Das Basissortiment beinhaltet die wichtigsten und am stärksten nachgefragten Artikel im LEH (siehe TOP 100 TKK-Produkte). Diese Produkte sorgen für Frequenz im Geschäft. So kann es sich zum Beispiel kein Kaufmann erlauben, auf Fischstäbchen, TK-Pommes oder eben TK-Pizza zu verzichten. Mit mehr als 1 Mrd. Euro Jahresumsatz ist Tiefkühl-Pizza eine der größten Warengruppen im gesamten Markt für Tiefkühlkost. Für uns als Hersteller bedeutet das, dass neben den absoluten Rennern wie Mini-Pizzen oder Salami-Pizza – fast jede dritte verkaufte Pizza in Deutschland ist mit Salami belegt – neu in den Markt gebrachte Produkte hoch erfolgreich sein müssen. Deshalb ist eine sorgfältige Marktforschung im Vorfeld einer Produkteinführung genauso unerlässlich wie eine ausgeklügelte Platzierungs- und Werbestrategie.

Die Preise etwa bei Weizen und Käse haben sich rasant nach oben entwickelt: Wie können Sie reagieren? Kommen Sie überhaupt um Preiserhöhungen herum?
Nein, denn die extremen Preissteigerungen bei so gut wie allen Grundnahrungsmitteln wirken sich besonders auf ein Viel-Komponenten-Produkt wie Tiefkühl-Pizza aus. Trotz aller Bemühungen, durch zum Beispiel noch mehr Effizienz in Unternehmensabläufen und einer Einkaufspolitik mit einer Mischung aus Stabilität und Flexibilität, ist es uns nicht gelungen, die anfallenden Mehrkosten zu kompensieren. Von daher haben wir unsere Abgabepreise aktuell angepasst.?

Zur Person
Gottfried Hares (57 Jahre) und seine Frau Anette Hares, Tochter des Firmengründers Ernst Wagner, sind geschäftsführende Gesellschafter der Wagner Tiefkühlprodukte GmbH. Goffried Hares begann 1981 im Unternehmen als Vertriebsleiter. Mitte des Jahres zieht sich das Ehepaar Hares aus der Geschäftsführung zurück. Im Mai wechselt der Nestlé-Manager Thomas Göbel in die Geschäftsführung und übernimmt im September den Vorsitz der Geschäftsleitung.
Das Unternehmen
TK-Pizza-Spezialist Wagner Tiefkühlprodukte GmbH im saarländischen Nonnweiler hat nach eigenen Angaben einen Umsatzmarktanteil von rund 30 Prozent und ist Marktführer bei Steinofen-Pizzen im LEH. Im November 2011 wurde der Grundstein für das Werk am Standort Otzenhausen gelegt (Investition: 45 Mio. Euro). Bis zum Frühjahr 2013 soll damit die Produktionskapazität um mehr als 70 Mio. Stück auf rund 350 Mio. TK-Produkte erhöht werden. 1.400 Mitarbeiter sind an den Standorten Braunshausen und Otzenhausen tätig.
Bildquelle: Uwe Bellhäuser - das bilderwerk