Deutsche Tafeln

Zahl der Hilfesuchenden gestiegen

Von der positiven Wirtschaftsentwicklung ist bei den Tafeln nichts zu spüren. Die Zahl der Hilfesuchenden ist in den vergangenen zwölf Monaten auf etwa 1,3 Mio. Menschen gestiegen. Vor allem Kinder und Senioren nutzen das Angebot häufiger.

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Der Anteil der Senioren hat sich von 12 Prozent im Jahr 2007 auf aktuell etwa 17 Prozent erhöht. Heranwachsende machen bei einigen Tafeln schon einen Anteil von bis zu 40 Prozent aus. Der Vorsitzende des Bundesverbands Deutsche Tafel, Gerd Häuser, warnte vor den Konsequenzen, die Preissteigerungen bei Energie und Lebensmitteln für Geringverdienern hätten, und kritisierte die aktuelle Sozialpolitik: „Der Wirtschaftsaufschwung geht an Millionen Menschen vorbei. Die Zahl derjenigen, die sich aus eigener Kraft kaum aus dem Hartz-IV-Bezug befreien können, liegt auch weiterhin bei mehreren Millionen. Dazu kommen rund 1,4 Mio. Aufstocker. Von ihnen ist selten die Rede, wenn das neue Jobwunder gepriesen wird, gleichzeitig aber zum Beispiel die Mittel für berufliche Eingliederungsmaßnahmen für AlgII-Bezieher stark gekürzt werden."

Er forderte erneut einen Bundesbeauftragten für die Bekämpfung der Armut und appellierte angesichts von Mio. t noch verzehrfähigen Lebensmitteln, die auf dem Müll landen, Angebot und Nachfrage in eine ökologisch und sozial vertretbare Balance zu bringen.