HIT 2016:Neuheiten-Parade

Bildquelle: LP

HIT 2016 Neuheiten-Parade

Die HIT-Befragung der LP zeigt, was Handelsentscheider von den Neueinführungen des vergangenen Jahreszeitraums halten. Nielsen beurteilt das Handelsvotum zusätzlich durch die Marktforscherbrille, sodass sich ein aussagekräftiges Gesamtbild der vielversprechenden Innovationen ergibt.

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Trends erkennen und schnell umsetzen, das ist das täglich Brot der Markenhersteller, in gesättigten, wettbewerbsintensiven Märkten. Neue Produkte wirken nach wie vor am PoS und stimulieren zum Zugreifen. Insbesondere, wenn die Botschaft „neu“ mit Markenpower gepaart ist und die kommunikative Unterstützung stimmt. Haribos Sauer Goldbär, die Merci Tafelschokolade, die Bahlsen Cookies oder Nivea in verschiedenen Körperpflegesparten liefern einige Beispiele dafür.

Das „wirkliche“ Innovationspotenzial besitzt der Markenartikler, nicht die Handelsmarke. Dabei ist auch nicht die Unternehmensgröße entscheidend. Mit innovativen Produkten werden insbesondere dem zweistufigen Handel auch Differenzierungsmöglichkeiten gegenüber den nach Marken lechzenden Discountern an die Hand gegeben. Es darf auch nicht vergessen werden, dass der Konsument nach Einschätzung der Marktforscher wieder stärker auf Qualität achtet. Und die Marke steht dafür, wobei – das zeigt auch der HIT 2016 – sich das Spektrum der Qualitätskriterien weiterhin verbreitert bis hin zu ethischen Aspekten wie Tierwohl, Fairer Handel und Ressourcenschonung (z. B. MSC).

Als durchgängiger Trend bestätigt sich das Thema bewusster Genuss und Wohlbefinden. Gluten-, laktose- und zunehmend gentechnikfrei sind in diesem Zusammenhang häufig herausgestellte Merkmale der Neuprodukte. Es muss dabei bei den Konsumenten nicht einmal eine Nahrungsmittelunverträglichkeit dahinterstecken. Noch eindeutiger ist die Welle der vegetarisch oder vegan angehauchten Innovationen. Der Scheitel der Welle scheint noch nicht erreicht. Die LP-Umfrage bei den Handelsentscheidern zeigt aber auch einige Zweifel an der Nachhaltigkeit dieses warengruppenübergreifenden Trends auf. Nicht zu vergessen sind die sogenannten Superfoods wie Quinoa oder der z. B. von Bulgur und Hummus getragene Orient-Trend.

Weiterhin prägend bei Innovationen ist der Aspekt Snacking. Damit verbunden sind in Auflösung befindliche Tagesabläufe und veränderte Verzehrgewohnheiten sowie bedarfsgerechte Portionierung. Ansätze, die nach Meinung der Marktforscher auch in den nächsten Jahren die Entwicklungsszene bestimmen werden.

Zur Methode

Mit dem HIT 2016 folgt die Lebensmittel Praxis einer fast 30-jährigen Tradition: Jahr für Jahr befragen wir seit 1987 den deutschen Lebensmittel- Einzelhandel zu den Erfolgsaussichten von Produkt-Neueinführungen der vorangegangenen zwölf Monate. Hersteller hatten auch in diesem Jahr die Möglichkeit, pro Marke bis zu drei Produkte zu melden. Die repräsentative Handelsbefragung erfolgt analog der Einzelhandelsstruktur nach Nielsen- Gebieten und Verkaufsgrößenklassen auf dem Wege des Direct Mailings. Umfrageteilnehmer stammen aus einem Panel von 850 Entscheidern auf Einzel- und Großhandelsebene. Sie wurden in zwei Etappen befragt: In einer ersten Welle (23. März bis 21. April 2016) wurden der 1., 2. und 3. Platz innerhalb von 42 Warengruppen ermittelt. Der Fragebogen der ersten Welle umfasste 587 Produkte aus 42 Warengruppen, die im Zeitraum von 01.03.2015 und 29.02.2016 im Lebensmittel- Einzelhandel eingeführt worden sind. In der zweiten Welle (27. April bis 12. Mai 2016) wurden die Top 20 aus den Erstplatzierten der jeweiligen Warengruppen erfragt. Im dritten Jahr in Folge unterzieht das Marktforschungsunternehmen Nielsen danach die Ergebnisse einer eigenen Bewertung. Dabei werden die Top-20-Votings des Handelspanels genauer betrachtet und Kennzahlen wie durchschnittlicher Umsatz, Marktanteil und Distribution sowie Werbespendings generiert. Diese Ergebnisse wurden mit dem Bewertungsschlüssel 40 Prozent Handelsvotings, 60 Nielsen- HIT-Index zu einem Endergebnis zusammengeführt.