Krombacher Brauers neue Welt

Die Krombacher Brauerei verlässt mit ihrer Vertriebsmarke Schweppes das angestammte Bittersegment und bringt Eistee. Mit neuen alkoholfreien Getränken soll dem sinkenden Bierkonsum begegnet werden.

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Auch die Krombacher Brauerei hat den sinkenden Bierkonsum und die heftigen Preiskämpfe am schrumpfenden Biermarkt zu spüren bekommen. Allerdings etwas glimpflicher als die meisten Mitbewerber und der Markt insgesamt. So lagen die Gesamterlöse 2009 mit 642,6 Mio. Euro um 100.000 Euro über dem Niveau des Vorjahres – keine Zahl, die Wachstum bedeutet. Dabei verringerte sich die Produktionsmenge um 0,8 Prozent auf 6,39 Mio. hl. Verluste fuhr die Kreuztaler Brauerei mit Pils ein (-2 Prozent auf 4,482 Mio. hl, mit Abstand größter Bereich). Das konnte der Zuwachs bei alkoholfreiem Pils, Radler und Weizen nicht auffangen, so dass die Marke Krombacher insgesamt etwas mehr als 1 Prozent verlor. Auch das Biermix-Segment scheint ausgereizt. Der Markt wächst nicht mehr und so hat die Marke Cab 6 Prozent Minus in der Menge (156.000 hl) gemacht.

Positiv verlief das Geschäft im alkoholfreien Bereich. Sowohl Schweppes (656.000 hl, plus 2,7 Prozent) als auch Orangina (66.000 hl, plus 17,9 Prozent) legten 2009 deutlich zu. Deshalb soll dem rückläufigen Bierkonsum auch durch den Ausbau des Geschäfts mit alkoholfreien Getränken begegnet werden. So wird die Marke Schweppes den angestammten Bittergetränke-Bereich verlassen und in den Eistee-Markt eingreifen. Schweppes Eistees werden mit Kohlensäure versetzt und nicht zu süß sein. Sie werden zunächst in 0,5-l- und 1,25-l-PET-Einweg angeboten. Der Fokus der Einführung wird zu Beginn im Lebensmittel-Einzelhandel liegen, andere Vertriebskanäle sollen schnell folgen. Das Erfrischungs-Getränk gibt es als Green Tea, Rooibos und Black Tea. Im Bittersegment bringt Schweppes auch ein Ginger Ale Light.

Der Einstieg in neue Marktsegmente sei ein Weg der Expansion in den alkoholfreien Bereich, betonte das operative Führungstrio der Brauerei, Uwe Ries (Marketing), Stephan Maubach (Geschäfts-Leitungsmitglied und Verkauf) sowie Helmut Schaller (Technik). Ein anderer sei der Zukauf, da die „Kriegskasse gut gefüllt“ wäre und die Brauerei bereit stehe, geeignete AfG-Marken zu übernehmen. Allerdings: Konkret ist nichts.

Die Siegerländer setzten stark auf alkoholfrei. So soll das Geschäft mit Orangina deutlich ausgebaut werden. Die neue Sorte Orangina Rouge und der neue Kasten hätten 2009 deutliche Impulse gegeben. Im Biermarkt ist „Krombacher Pils alkoholfrei“ erst seit 1999 im Markt und wächst seitdem stetig: 2009 lag der Gesamtausstoß bei 238.000 hl (plus 5,3 Prozent). Auch die 2009 eingeführten Produkte „Krombacher Radler alkoholfrei“ und „Weizen ohne Alkohol“ seien positiv gestartet. „Der Weg vom Mono-Pils-Anbieter zu einem Getränke-Vollsortimenter ist richtig und wird weiter gegangen“, sagt Marketing-Geschäftsführer Ries.

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stark mit pils: Krombacher baut allerdings 2010 seinen AfG-Anteil stärker aus.