Bildquelle: Hoppen

Rossmann

Forderungen an Lieferanten

Die Drogeriemarktkette Rossmann will offensichtlich an der Preisschraube drehen. Das Unternehmen aus Burgwedel verlangt von den Herstellern der Rossmann-Eigenmarken eine Reduzierung der Einkaufspreise um bis zu 10 Prozent.

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Das geht aus einem Schreiben vom 2. Oktober 2012 an die Lieferanten hervor, das der LEBENSMITTEL PRAXIS vorliegt und dessen Authentizität von mehreren Unternehmen bestätigt wurde.

Als Anlass für die Forderung nimmt Rossmann die starke Entwicklung des Unternehmens infolge der Schlecker-Insolvenz und das Vorrücken auf den 2. Platz unter den Drogerieketten in der Bundesrepublik. Einen maßgeblichen Beitrag leisteten dabei die Eigenmarken, heißt es in dem Brief: Rossmann verfüge über das umfangreichste Eigenmarkensortiment an Drogeriewaren in Deutschland, jedes dritte in den Märkten verkaufte Produkt sei eine Rossmann-Qualitätsmarke. „Um den Erfolgsweg in Deutschland und Central Europe weiterhin zu bestreiten, erwarten wir Ihren Beitrag in Form einer EK-Preisreduzierung in Höhe von (x) Prozent, den wir als Investition in unsere gemeinsame Zukunft sehen", heißt es wörtlich.

Die Höhe der Forderung variiert von Lieferant zu Lieferant, bis zu 10 Prozent seien verlangt worden, berichten Hersteller. Diese betonen, es gebe jedoch keinerlei Luft mehr für Preisreduzierungen. „Was nützt mir eine Umsatzsteigerung, wenn ich keinen Deckungsbeitrag erziele?", äußert sich ein Lieferant gegenüber der LP. „Eine weitere EK-Preisreduzierung würde durch die teilweise bereits negativen Herstellermargen und die neuerlichen Steigerungen im Rohstoff- und Energiebereich die sichere Insolvenz für einige Hersteller bedeuten", betont ein anderer Empfänger des Rossmann-Schreibens.