Bildquelle: Carsten Hoppen

Schlecker

Solidaritätsfonds für ehemalige Mitarbeiter

Für frühere Schlecker-Beschäftigte, die nach der Pleite der Drogeriekette in extreme Not geraten sind, ist ein Solidaritätsfonds eingerichtet worden. Etwa 80 Prozent der einstmals gut 25.000 Mitarbeiter sind weiter arbeitslos.

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Die Paul-Schobel-Caritas-Stiftung hat den bundesweiten Solidaritätsfonds „Schlecker-Beschäftigte" am Dienstag ins Leben gerufen. Für den Fonds seien bereits 16.000 Euro gespendet worden. Er wird von Vertretern der katholischen Betriebsseelsorge der Diözese Rottenburg-Stuttgart, des kirchlichen Diensts in der Arbeitswelt der evangelischen Kirche in Baden und Württemberg sowie des einstigen Schlecker-Betriebsrats und der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi unterstützt. In der Regel soll eine einmalige Geldleistung in Höhe von bis zu 400 Euro gewährt werden.

Für die Schlecker-Insolvenz werden wohl auch die Beitragszahler zur Arbeitslosenversicherung zur Kasse gebeten. Die Insolvenzmasse des pleitegegangenen Unternehmens reiche voraussichtlich nicht aus, die Ansprüche der Bundesagentur für Arbeit (BA) zu bedienen, teilte ein Sprecher des Insolvenzverwalters mit. Beim Insolvenzgericht Ulm sei drohende Massenunzulänglichkeit angezeigt worden.

Die Bundesagentur für Arbeit hatte nach eigenen Angaben für die nach der Insolvenz zunächst weiterbeschäftigten Schlecker-Mitarbeiter Arbeitslosengeld gezahlt. Aktuell sind nach Berechnungen von Experten zwischen 100 und 200 Mio. Euro aufgelaufen, die die Bundesagentur nach der Vereinbarung mit dem Insolvenzverwalter vorgestreckt hatte, und die an die BA zurückgezahlt werden müssten.

Auch für die rund 4.000 Kündigungsschutzklagen hat dieser juristische Schritt Folgen. Diese Forderungen fielen unter die Altmasse. In anhängigen Verfahren gehe es künftig allenfalls ums Prinzip, aber nicht mehr um konkrete Beträge, „weil sie wirtschaftlich nicht mehr durchsetzbar" seien, sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters weiter.