Lebensmittelklarheit.de:Kritik aus dem Handel

Lebensmittelklarheit.de Kritik aus dem Handel

Bereits kurz nach seiner Freischaltung ist das Internet-Portal lebensmittelklarheit.de wegen Überlastung zusammengebrochen. Die Kritik aus dem Handel an dem Internet-Portal hält unterdessen an. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth spricht von einem „Internet-Pranger".

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Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) und die Verbraucherzentralen hatten das Projekt heute Vormittag in Berlin offiziell gestartet. Über die Internet-Seite können Verbraucher Produkte melden, wenn sie sich durch eine Produktverpackung und Angaben zu den Eigenschaften und Inhalten getäuscht fühlen. Der Ansturm auf das neue Web-Portal war offensichtlich größer als erwartet. Über Stunden war die Web-Seite nicht oder nur schwer erreichbar. Trotz der technischen Probleme freut sich die Verbraucherzentrale Hessen, die das Angebot betreibt, über das große Interesse seitens der Internet-Nutzer.

Hersteller können auf Vorwürfe von Verbrauchern innerhalb von sieben Tagen Stellung nehmen, danach wird die Beschwerde mit einem Kommentar der Verbraucherzentrale ins Netz gestellt, erläuterte die Sprecherin der Verbraucherzentrale in Frankfurt. Als Beispiel nannte sie unter anderem „Kalbswiener", bei der Kunden den geringen Anteil Kalbfleisch bemängelten.

Der Handel kritisiert das neue Internet-Portal. „Lebensmittel sind nirgendwo so sicher wie in Deutschland. Nun soll die Lebensmittelwirtschaft schon bei gefühlten Problemen an den Internet-Pranger", kritisiert HDE-Chef Genth. Das trage nicht zu Klarheit und Wahrheit bei, sondern führe zu Verwirrung und Verunsicherung der Konsumenten. Importierte Seuchen oder Kriminalität bei der Lebensmittelproduktion ließen sich letztlich mit der Einrichtung des Internet-Portals nicht verhindern. Nach Ansicht des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels (BVL) lasse das Portal Neutralität und Objektivität vermissen: „Anstatt sich mit anderen Organisationen einen Wettbewerb um die medienwirksamste Wirtschaftsschelte zu liefern, sollte das Portal tatsächlich fundiert zu einer ausgewogenen Diskussion um die Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln beitragen", so die Kritik von BVL-Hauptgeschäftsführer Franz-Martin Rausch.