Initiative Tierwohl:Zweites Förderprogramm ab 2018 beschlossen

Bildquelle: Reinhard Rosendahl

Initiative Tierwohl Zweites Förderprogramm ab 2018 beschlossen

Die Initiative Tierwohl steht bis 2020 auf einer soliden Grundlage. Wie die Initiative selbst mitteilt, haben die Vertragspartner über ein Programm entschieden, das nach Ablauf des ersten Vertragszeitraums Ende 2017 mit weiteren Maßnahmen anschließt. Das Programm sieht laut Initiative Tierwohl umfassende Änderungen vor.

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Die wichtigsten sind eine verbesserte finanzielle Ausstattung des Fonds, die sich aus höheren Abgaben des Lebensmittelhandels ergibt, höhere Mindestanforderungen für Landwirte und Änderungen bei den Tierwohl-Kriterien. Details zu den geplanten Änderungen will die Initiative Tierwohl während der Internationalen Grünen Woche in Berlin (ab 19. Januar) bekanntgeben.

Ab 2018 soll die Initiative von folgenden Handelsunternehmen getragen werden: Aldi Süd und Aldi Nord, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Penny, Rewe und Wasgau. Die Real-SB-Warenhäuser sind nur bis Ende 2017 an der Initiative Tierwohl beteiligt. Stattdessen befürwortet Real „den Plan von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, ein staatliches Tierwohl-Label einzuführen und somit eine branchenweite einheitliche Lösung zu schaffen“.

Wie Real weiter mitteilt, wolle man die zur Verfügung stehenden Mittel in bereits bestehende oder derzeit neu entstehende Tierschutzmaßnahmen investieren. Entsprechend werde man in Zukunft verstärkt eigene sowie gemeinsame Projekte mit Tierschutzorganisationen unterstützen. REal-CEO Patrick Müller-Sarmiento kommentiert den Ausstieg: „Wir forcieren ein verbindliches staatliches Tierwohl-Label mit konformen Anforderungen, die von ausgewählten Branchenorganisationen überprüft werden. Nur so kann eine nachvollziehbare Transparenz für den Verbraucher geschaffen werden."

Im September 2016 hatte bereits der Deutsche Tierschutzbund der Initiative den Rücken gekehrt und seine Mitarbeit im Beraterausschuss beendet. „Unsere Hoffnung durch die Mitarbeit etwas zu verändern, hat sich nicht erfüllt“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, den Schritt.