Metro AG: Aufspaltung kommt in Gang

Bildquelle: Metro

Metro AG Aufspaltung kommt in Gang

Der radikale Wandel der Handelslandschaft verlangt radikale Lösungen: So sieht man es bei der Metro Group und treibt die Konzernteilung voran. Vorstandschef Olaf Koch (Foto) vermeldete die Aufteilung des Konzerns in zwei unabhängige, künftig börsennotierte Gesellschaften. Zugestimmt habe auch der Aufsichtsrat, der zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengekommen war.

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„Das Machtverhältnis zwischen Händler und Kunde hat sich tektonisch verschoben“, glaubt der Vorstandsvorsitzende. Die Metro hatte deshalb bereits im Frühjahr die Aufteilung von Großhandel und Lebensmittel-Geschäft sowie dem Unterhaltungselektronik-Sektor in „zwei sortenreine Unternehmen, die sich deutlich klarer im Markt positionieren können“, so Koch, angekündigt. So entstehe mehr Entwicklungspotenzial für die einzelnen Unternehmenseinheiten und der Mehrwert für die Kunden könne deutlich gestärkt werden, denen künftig nicht mehr nur Produkte, sondern Lösungskonzepte angeboten werden sollen.

Die organisatorische Trennung der Unternehmen erfolgt zum 30. Dezember 2016, bis Mitte 2017 soll die Börsenotierung der Gesellschaften erreicht sein. Beide Unternehmen werden ihren Sitz in Düsseldorf haben. 20 Jahre nach Gründung der Metro spaltet sich der Konzern somit in eine Gruppe von Unternehmen auf, von denen man sich mehr Schlagkraft und vor allem mehr Cash Flow erhofft. Um die finanzielle Basis des Lebensmittelgeschäfts zu stärken, wird die Unterhaltungselektronik-Sparte mit 10 Prozent an der Firma beteiligt sein.

„Das ist für uns der nächste logische Schritt im Transformationsprozess“, erläuterte Koch. Bereits ab dem 30. September soll das Unternehmen zunächst pro forma in zwei Einheiten geteilt werden.

Für den Zeitraum von April bis Juni 2016 hatte die Metro Group einen Nettoverlust von 24 Mio. Euro ausgewiesen. Verantwortlich dafür waren nicht zuletzt die Kosten für den Umbau der Großhandelssparte in Deutschland, Italien und Belgien. Der Umsatz sank belastet durch Währungseffekte um 2,7 Prozent auf 13,6 Md. Euro.