Schwarz-Gruppe Null-Toleranz für Mineralöl-Abkömmlinge

Lidl und Kaufland ziehen nach in Sachen Mineralöl-Derivate in Lebensmitteln. Nachdem Aldi seinen Eigenmarkenherstellern bereits im Februar auferlegt hat, Rückstandsfreiheit zu garantieren, schlagen die Unternehmen der Schwarz-Gruppe den gleichen Weg ein und akzeptieren bei ihren Eigenmarken keine bestimmbaren Verunreinigungen mit aromatischen Mineralölen.

Anzeige

Aromatische Mineralölabkömmlinge (MOAH) können laut Europäischer Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) Krebs auslösen und das menschliche Erbgut schädigen. Erst Aldi Süd, jetzt auch Lidl und Kaufland: Langsam aber sicher dämmert es der Branche, dass gefährliche Mineralöle nicht in unser Essen gehören. Jetzt müssen auch Edeka, Rewe und Co. ihren Herstellern den Ölhahn zudrehen", forderte Johannes Heeg von Foodwatch. Die Verbraucherorganisation fordert eine Null-Toleranz für MOAH in Lebensmitteln. Zudem müssten die Produkte durch schützende Barrieren vor dem Übergang von Mineralölen aus Altpapierverpackungen geschützt werden. Solange es keine europäische Regelung gibt, sei die Bundesregierung in der Pflicht, ein nationales Gesetz zu beschließen.

Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL) hat mehrfach öffentlich zur Versachlichung der Debatte aufgerufen und den Sachverhalt wissenschaftlich gerade gerückt. BLL-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff erklärt: „Wir möchten die Konsumenten nicht der willkürlichen Panikmache überlassen, sondern die ‚falschen‘ Fakten berichtigen. So stellten die in den vergangenen Monaten von Foodwatch angeprangerten Produkte zu keinem Zeitpunkt bei normalen Verzehrgewohnheiten eine gesundheitliche Gefährdung der Konsumenten dar. Sobald dies der Fall gewesen wäre, hätten sowohl die zuständigen Behörden und natürlich die Hersteller unverzüglich reagiert. Der Schutz der Verbrauchergesundheit steht immer an erster Stelle - diesen Leitsatz unterschreibt jeder Hersteller und Händler sofort."