Schlecker Insolvenzverwalter verklagt weitere Lieferanten

Preisabsprachen unter Lieferanten sollen die Drogeriemarktkette Schlecker um Millionen gebracht haben. Vier Jahre nach der Pleite will der Insolvenzverwalter dafür Schadenersatz. Am Landgericht Frankfurt wurde bereits in der vorigen Woche Klage gegen das sogenannte Drogerieartikel-Kartell eingereicht. Verwalter Arndt Geiwitz fordere allein von den Drogerieartikel-Unternehmen knapp 182 Mio. Euro.

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Seine neueste Klage richte sich gegen den Nivea-Hersteller Beiersdorf, Glaxo-Smith-Kline, den Schuhcreme-Produzenten Erdal, den Rasierklingenhersteller Gillette, die Kosmetikfirma L'Oréal, den Parfümhersteller Coty sowie erneut Procter & Gamble. Die Konsumgüterhersteller sollen sich in mehreren Fällen abgesprochen haben. Der geltend gemachte Schaden beläuft sich nach Angaben der Insolvenzverwaltung auf mehr als 300 Mio. Euro. Bei einem Erfolg vor Gericht könnten etwa ehemalige Schlecker-Mitarbeiter und Vermieter auf Geld hoffen. Die ersten Klagen waren bereits im Juni beim Landgericht Stuttgart eingereicht worden. Geiwitz fordert darin von Tchibo und Melitta 99 Mio. Euro, von den Waschmittelherstellern Henkel, Procter & Gamble und Unilever 25 Mio. Euro. Weitere Klagen gegen Süßwarenkartelle und ein Zuckerkartell sollen im Herbst und Winter folgen.

Die ehemaligen Schlecker-Lieferanten waren vom Bundeskartellamt und der EU-Kommission der Preisabsprache für schuldig befunden worden. Empfindliche Bußgelder waren verhängt worden. Die Vorgänge fielen in die Zeit vor der Schlecker-Insolvenz im Jahr 2012.