Real Streit mit Verdi hält an

Real verdient aus Sicht seines Mutterkonzerns Metro nicht genug Geld und liegt z. B. bei den Personalkosten im Vergleich zur Konkurrenz deutlich zu hoch. Vor drei Monaten scherte Real deshalb aus dem Tarifvertrag aus und wechselte in die OT-Mitgliedschaft (ohne Tarifbindung). Das hat für heftigen Streit mit der Gewerkschaft Verdi gesorgt, die am gestrigen Mittwoch (30. September 2015) bundesweit Streiks und eine Großkundgebung organisierte.

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Diese fand anlässlich der zweiten Verhandlungsrunde über eine Tariflösung in Düsseldorf vor der Metro-Zentrale statt und zählte rd. 4.000 Teilnehmer. Real beschäftigt rund 38.000 Menschen. Der Konflikt zwischen Real und Verdi dauert an. Real-Arbeitsdirektor Jörg Kramer: „Wir gehen davon aus, dass wir zeitnah weitere ergebnisorientierte Gespräche mit Verdi führen werden.“ Für Real bleibt ein Haustarifvertrag die bevorzugte Lösung. „Real muss bis zu 30 Prozent höhere Lohnkosten als vergleichbare Wettbewerber zahlen. Das ist langfristig nicht tragbar. Daher brauchen wir einen Haustarifvertrag“, bekräftigt Real-CEO Didier Fleury. In Deutschland gibt es rd. 300 SB-Warenhäuser und zwei Drive-In-Lebensmittelmärkte sowie den Online-Shop. Im Geschäftsjahr 2013/14 erzielte das Unternehmen mit rund 38.000 Mitarbeitern einen Netto-Umsatz von ca. 8,4 Mrd. Euro.