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Warenverkaufskunde Bordeaux

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Der Bordeaux ist das größte Anbaugebiet Frankreichs. Klima und Böden liefern eine große Vielfalt von Trauben, die dem Winzer ein breites Profilierungsfeld bieten.

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Wein nur für Kenner?

Der Bordeaux hat den Ruf, ein komplexer Wein zu sein. Mit dieser Warenkunde erfahren Sie mehr über das Bordelais und können so im Kundengespräch mit Fachwissen trumpfen.

Viele Menschen assoziieren den Namen Bordeaux mit schwerem Rotwein, der erst nach einer jahrelangen Lagerung seine volle Pracht entfaltet. Dieses Image kommt nicht von ungefähr, schließlich machen die „schweren Roten“ den Hauptanteil dieser Wein-Gruppe aus. Bordeaux hat aber noch viel mehr zu bieten. Das liegt an der Vielfalt der Böden, dem Klima und dem Talent der Winzer. Und natürlich am wichtigsten Rohstoff für Wein, den Reben, die hier kurz vorgestellt werden.

Sémillon
Der Sémillon ist die wichtigste Rebsorte für die lieblichen und süßen Weißweine. Er ist außerdem zusätzlich in vielen trockenen Weißweinen enthalten, um ihnen Fülle und Noten von Aprikose und Honig zu verleihen.

Sauvignon Blanc
Der Sauvignon Blanc ist, von wenigen Ausnahmen abgesehen, die wichtigste Rebsorte für die Herstellung der trockenen Bordeaux-Weißweine. Er verleiht ihnen die notwendige Säure sowie Mineralität und aromatische Frische. Charakteristisch für diese Rebsorte sind die Aromen von Zitrusfrüchten, Buchsbaum und Feigenblättern.

Muscadelle
Die Muscadelle, die in der Regel zu nicht mehr als 10 Prozent der Assemblagen der Weißweine einfließt, ist eine empfindliche, aber interessante Rebsorte mit Moschus- und floralen Aromen. Neben Frankreich wird die Traube auch in Osteuropa (Ungarn, Rumänien und Ukraine), in Südafrika und in Kalifornien angebaut.

Merlot
Der früh reifende Merlot ist die am stärksten verbreitete Rebsorte im Bordelais. Auf kühlen Böden ist er in der Lage, sein ganzes Potenzial zum Ausdruck zu bringen. Er verleiht den Weinen viel Farbe, Geschmeidigkeit, Aromen von roten Früchten wie Pflaumen und Feigen und nach ein paar Jahren Flaschenreife oft auch Röstnoten.

Cabernet Sauvignon
Der traditionelle Cabernet Sauvignon ist eine spät reifende Rebsorte. Die kiesigen Böden des linken Garonne- und Gironde-Ufers liefern ihm die für eine optimale Reife nötige Wärme. Er gibt den Weinen Struktur, kräftige Tannine, Aromen von Lakritze und dunklen Früchten (beispielsweise schwarze Johannisbeere).

Cabernet Franc
Der Cabernet Franc reift früher als der Cabernet Sauvignon. Er ist eine gute Komplementärrebsorte und nur selten mehrheitlich an der Assemblage eines Weines beteiligt. Er verleiht den Weinen Frische, Finesse und aromatische Komplexität. Ein Beispiel für einen Wein mit Cabernet-Franc-Anteil ist Château Mouton-Rothschild.

Eine Besonderheit der Bordeaux-Weine

Bei der Assemblage handelt es sich um das kunstvolle Zusammenfügen verschiedener Weine, Traubensorten, Lagen und Fässer. Die Kunst besteht darin, die Weine im Bemühen um Qualität, Finesse, Ausgewogenheit und Eleganz des Endproduktes harmonisch miteinander zu kombinieren. Die Assemblage ist ein großes Profilierungsfeld der Weingüter: Hier können sie sich beweisen und die beste Qualität festlegen.

Jede der großen Rebsorten des Bordelais besitzt ihre eigenen besonderen Merkmale. Was sie verbindet und den Bordeauxweinen ihren Charakter verleiht, ist die Assemblage, also die Kombination mehrerer Rebsorten aus zum Teil unterschiedlichen Jahrgängen. Die weißen Weine bestehen aus mindestens zwei, die roten häufig sogar aus vier Rebsorten. Ein Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass nicht alle Trauben jedes Jahr einen guten Reifegrad erreichen müssen. Mit der Assemblage können die Schwächen durch einen Anteil besser gereifter Weine ausgeglichen werden. Die Technik spielt auch in der Champagne eine wichtige Rolle.