Ein Blick voraus Die Zukunft der Center: Ein Blick voraus

Die Zahl der Shoppingcenter nahm zuletzt nicht mehr so rasant zu wie in den vergangenen Jahren. Wird eine Sättigungsgrenze erreicht? Ändert sich die Struktur der Center?

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Zu den Trends der Zeit zählen kleinere Shoppingcenter, die bevorzugte Lage ist die Innenstadt. Laut EHI wurden von 2010 bis 2012 von insgesamt 25 eröffneten Centern sechs in der Innenstadt, 16 in Stadtteilen und nur acht auf der Grünen Wiese eröffnet. Auch wenn stetig neue Standorte hinzukommen, ist die Center-Dichte in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern mit 0,14 qm Mall-Fläche pro Einwohner eher gering. Laut der RegioData Research GmbH verfügen Norweger über 0,63 und Amerikaner über sogar 0,87 qm pro Einwohner. Doch die Branche ist in Bewegung: Die aktuelle EHI-Planungsliste weist für die kommenden drei bis vier Jahre 50 neue Center-Projekte aus.

Darüber hinaus heißt das Gebot der Stunde Revitalisierung. Gut so, denn einer Studie der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung von 2010 zufolge sind 48 Prozent aller deutschen Shoppingcenter dringend revitalisierungsbedürftig. Laut GfK GeoMarketing ist jedes dritte Shoppingcenter in Deutschland mit einer zu geringen Flächenproduktivität ein Flop. Nachhaltigkeit, Regionalität, demografischer Wandel und neue Trends zwingen zum Umdenken. So ist bei Neubauten zu beobachten, dass sie Teil der Geschichte werden, in die Bestands-Architektur eingebunden werden. Beispiele sind die Höfe am Brühl (Leipzig) und das Center am Leipziger Platz (Berlin). Ähnliches ist bei den Food Courts zu beobachten. Manch einer erinnert an den klassischen Marktplatz früherer Jahrhunderte.