Drucksache:Alljährlich wiederkehrende Mogeleien

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Drucksache Alljährlich wiederkehrende Mogeleien

Wieder einmal neigt sich ein Jahr der Mogelpackungen dem Ende zu. Am Anfang waren es „Edelteile“ vom Zossen zwischen Nudelplatten, sprich Pferd in Rindfleisch-Lasagne. Und am Schluss kam der alljährliche Aufschrei der Verbraucherschützer ohne Mandat.

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Sie entdeckten, oh Wunder, dass der 100-g-Preis von Schokolade in Tafelform oder als schokogefüllter Adventskalender deutlich differiert. Keine neue Erkenntnis, aber immer wieder als solche verkauft. Das ist eine selbstgestrickte Mogelpackung – in Sachen Ritter Sport hat es den gleichen Anschein, und viele Medien, leider auch die der gebührend finanzierten Öffentlichrechtlichen, fallen darauf herein. Man könnte sich ja, soll der vorweihnachtliche Tageszähler nicht religionsfreiheitlichen Ansinnen zum Opfer fallen, alternativ 24 Schoko-Stücke aus der Tafel brechen und mit einem silberfarbenen Edding-Stift durchnummerieren. Dann müssten allerdings Preisvorteil und Schadstoffeintrag durch Beschriftung abgewo gen werden. Mit dem guten alten Adventskalender ist man also auch 2014 weiter auf der sicheren Seite.

Ja und politisch – da hat eine Mogelpackung die andere abgelöst, quasi nur die Farbe gewechselt. Machtpolitische Ränke unter dem Deckmantelchen der Volksnähe. Wer glaubt denn noch, dass dieses Drehen an Stellschrauben entgegen aller aktuellen Beteuerungen und Versprechen steuerneutral ausgeht? Das sind genauso wenige wie die, die in der Gruppe der „scrollenden“ Sechsjährigen noch an Christkind und Weihnachtsmann glauben.

Bild: An den Preispranger gestellt: trotzdem, der Adventskalender wird überleben.