Drucksache:Wer verzichtet schon gerne

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Drucksache Wer verzichtet schon gerne

Das darf nicht wahr sein! Da wollten uns die Grünen doch eine vegetarische Dauerlösung in Form des Veggie-Days aufs Auge drücken. Einen Tag in der Woche sollten Bundesbürger den Vegetarier geben.

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Was gut gemeint war, das ist jedoch immer verdächtig, ging nach hinten los und bescherte böse Häme. Ganz vergessen, dass wir Wahlkampf haben, meine Öko-StrategInnen und -Strategen. Die Breitenwirkung war jedenfalls enorm. Nur die „Piraten“ haben sich meines Wissens nicht dazu geäußert. Wahrscheinlich haben sie nichts mitbekommen, weil sie in Fraktionsstärke stundenlang verbissen „My little farmies“ spielten. Dabei kann ich den Aufreger gar nicht so richtig nachvollziehen. Hatten wir bis in die späten 60er-Jahre die ernährungsphysiologischen Werte mit dem fleischlosen Freitag schon mehr oder weniger institutionalisiert. Oder die festen Suppen-/Eintopftage in der Woche. Aber es geht wohl auch ohne gut gemeinte Ratschläge, besonders wenn man den mündigen Bürger immer wieder anf ührt.

Dabei fällt Verzicht schwer, wie das Beispiel aus eigenen grünen Reihen beweist. Autolos statt fleischlos und inzwischen auch joblos ist der ehemalige niedersächsische Agrar-Staatssekretär Udo Paschedag, der gar zu menschlich, sprich raffig agierte und das Gutmenschen-Bild der Grünen beträchtlich beschädigt hat. Da wuchtet sich ein mehr als 70 Lenze alter Hans-Christian Ströbele Tag für Tag mit den Fahrrad in den Bundestag und dann kommt so einer und ordert gleich einen A8. Da war nicht nur der CO2-Fußabdruck zu groß.