Preissenkung Ernährungsindustrie und Krise?

Gegessen wird immer. Stimmt wohl: Aber es wird immer billiger eingekauft und gegessen. Die Ernährungsindustrie erzielte im August 2009 einen Branchenumsatz von 12,7 Mrd. Euro. Das entspricht einem Rückgang von 5,3% gegenüber dem Vorjahresmonat. Das ist – zum Trost der Hersteller – immer noch besser als das gesamte verarbeitende Gewerbe, das mit -19,0% zurecht kommen muss.

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Der Lebensmittelhandel sorgt mit seinen ständigen (elf in den letzten 12 Monaten), echten oder scheinbaren Preissenkungsrunden für fallende Lebensmittelpreise. Sie sind seit Mitte 2008 rückläufig. Die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke lagen im Oktober 2009 3-4% niedriger als noch vor einem Jahr. Natürlich ist das eine soziale Wohltag, immer werden die Verbraucher um rund 4 Mrd. Euro. jährlich entlastet. In den letzten 30 Jahren sind die Lebensmittelpreise in Deutschland nur halb so stark gestiegen wie die allgemeinen Lebenshaltungskosten.

Das wird nicht so bleiben: Die vorhandenen Preissenkungsspielräume durch günstiger gewordene Agrarrohstoffe sind ausgereizt. So lagen beispielsweise die Weltmarktpreise für die wichtigsten Agrarrohstoffe im Herbst dieses Jahres bereits wieder um 10-15% höher als noch zu Jahresbeginn. Weitere Preissenkungen werden die Hersteller noch weiter belasten. Ob es dann noch Sparpotenziale bei ihnen gibt, scheint unklar. Leider geht das ja auch in der Regel zu Lasten von Mitarbeitern und Qualität.