Mihrs Meinung Große Chance und großes Risiko

 

Es liegt ganz nahe: In Deutschland werden Auszubildende wegen der demografischen Entwicklung knapp – nicht nur Lebensmittelhändler suchen händeringend nach jungen Leuten, die auch Interesse an Menschen, Service und Ware mitbringen.

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Gleichzeitig sprechen Politiker in einigen Ländern der Europäischen Union, wo die Jugendarbeitslosigkeit erschreckende 50 Prozent und mehr erreicht, von einer „verlorenen Generation“. Warum also nicht den Bedarf und das zweifellos vorhandene Potenzial zusammenbringen?

So weit, so gut. Der Teufel steckt – wie immer – im Detail. Das beginnt natürlich mit der Sprache, die noch zu erlernen ist, geht über das verständliche Heimweh in fremder deutscher Kultur bis zur privaten Integration hierzulande. Meine Kolleginnen Heidrun Mittler und Sonja Plachetta haben intensiv zu dem Thema recherchiert. Sie zeigen auch am praktischen Beispiel der Edeka-Hieber-Märkte, wie das Ganze funktionieren könnte und haben mit Friedhelm Scholz und Tim König von der Rewe West intensiv über deren im Herbst beginnendes Pilotprojekt gesprochen. Das Ganze ist eine große Chance, Nachwuchsprobleme zu lösen und dabei in EU-Ländern ein wenig zu helfen. Aber es ist auch ein großes Risiko, weil nicht sicher sein kann, dass die jungen Leute nach ihrer Ausbildung auch in Deutschland bleiben und so Engagement un d Investition belohnen.